UNO-Bericht: Erde steuert auf 2,6 Grad Erwärmung zu

Politik

Das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, dürfte schon in den nächsten Jahren verfehlt werden. Laut einem neuen Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP) wird sich die Erde selbst im optimistischsten Szenario um mindestens 1,8 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erwärmen. Aktuell befindet sie sich aber eher auf dem Pfad zu einem Temperaturanstieg von 2,6 Grad. Damit liege die Temperatur über der Grenze des Pariser Klimaabkommens, das 2015 verabschiedet wurde.

Mehr Hitzewellen möglich

Der UNO-Bericht stellt klar: Obwohl ein Überschreiten der 1,5-Grad-Schwelle inzwischen „unvermeidlich“ ist, darf dies keinesfalls als akzeptabel oder sicher hingenommen werden. „Über 1,5 Grad Celsius gibt es keine guten Ergebnisse“, wird im Bericht geschrieben. Extremere Hitzewellen und verheerende Waldbrände, wie sie Europa in den letzten Jahren bereits erlebte, werden sich massiv häufen, gleiches bei Überflutungen. „Weltweit zeigen extreme Hitzewellen bereits, dass die Auswirkungen des Klimawandels schneller eintreten, heftiger ausfallen und länger anhalten werden – was mehr Menschenleben kosten und tiefgreifendere Störungen verursachen wird“, sagte Inger Andersen, Exekutivdirektorin des UNEP.

Ohne wirksame Anpassungsstrategien droht die weltweite Nahrungsmittelproduktion bis 2050 um bis zu 14 Prozent einzubrechen. Bei einer Erwärmung von bis zu drei Grad ergeben sich weitere Herausforderungen. In diesem Szenario könnten die Gletscher weltweit bis zum Jahr 2100 mehr als ein Viertel ihrer Masse verlieren, was den Meeresspiegel allein durch das Schmelzwasser um 9 bis 12,5 Zentimeter anheben würde. Dadurch könnten Inselstaaten teilweise oder vollständig überflutet werden.

Was jetzt getan werden muss

„Die sengende Hitze, die verheerenden Waldbrände und die tödlichen Überschwemmungen dieses Sommers sind eine Warnung vor dem, was uns bevorsteht“, betonte UNO-Generalsekretär António Guterres. Als beste verbleibende Option erklärt die UN in dem Bericht einen „Overshoot, Peak und Decline“-Pfad. Die 1,5-Grad-Marke wird überschritten werden, es geht nun darum, die Überschreitung so gering und die Rückkehr unter die Marke so schnell wie möglich zu gestalten. Die Treibhausgasemissionen müssten mit sofortiger Wirkung und so nachhaltig wie möglich verringert werden. Gleichzeitig wird es notwendig sein, Co2 aus der Atmosphäre zu entfernen und zu speichern, um bis zum Ende des Jahrhunderts die Temperatur wieder unter das Niveau der 1,5-Grad-Grenze zu senken.

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Dies könnte etwa durch Wiederherstellung von Ökosystemen, Aufforstung, Bindung von Kohlenstoff in Böden oder technische Verfahren umgesetzt werden, wie das Science Media Center in einer Aussendung schreibt. Dafür braucht es aber Handlung: „Klimaschutz wird von Regierungen aktuell nicht ansatzweise ernst genug genommen und demnach sieht es gerade nicht danach aus, dass 2050 die Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre sinken werden“, schreibt Peter Pfleiderer, Wissenschaftler an der Universität Leipzig in der Aussendung.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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