„Konsum geht zurück“: Sberbank-Chef besorgt über russische Wirtschaft

Wirtschaft

German Gref, Chef von Russlands größtem Geldhaus, der Sberbank, hat sich am Rande des Ostwirtschaftsforums im russischen Wladiwostok besorgt über die russische Wirtschaft geäußert und warnte vor nachlassendem Konsum sowie einer anziehenden Inflation.

„Der Konsum geht seit Juni zurück. Das gibt Anlass zur Sorge“, sagte Gref. „Wir sehen erste Tendenzen.“

Das Anziehen der Teuerung führte er vor allem auf den Ausfall von Raffineriekapazitäten zurück. Hintergrund sind ukrainische Drohnenangriffe auf russische Energieanlagen, die in den vergangenen Monaten wiederholt Treibstoffengpässe und Probleme bei der Benzinversorgung verursacht haben.

Gref gilt als einer der wichtigsten Banker Russlands und äußert sich normalerweise eher vorsichtig. Seine Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das russische Wirtschaftswachstum deutlich abgeschwächt hat: Die russische Wirtschaft war nach offiziellen Angaben im Juli im Jahresvergleich nur noch um 0,6 Prozent gewachsen, nach einem Plus von 1,7 Prozent im Juni.

Die Sberbank rechnet Gref zufolge dennoch für das laufende Jahr mit einem neuen Rekordgewinn. Das Geldhaus hatte 2025 trotz der westlichen Sanktionen im Zuge des Ukraine-Kriegs ein Rekordergebnis von 1,7 Billionen Rubel (16,8 Milliarden Euro) erzielt.

Putin: Keine neue Mobilmachung

Russlands Präsident Wladimir Putin schließt nach eigenen Worten eine neue Mobilmachung für den Krieg aus. Es gebe keine Szenarien, in denen ein solcher Schritt notwendig sei, da Russland keine Probleme bei der Verfügbarkeit von Militärpersonal habe, sagte Putin auf dem Wirtschaftsforum. Entsprechende Spekulationen hatte er jüngst als „völligen Unsinn“ zurückgewiesen. Gleichzeitig sprach er von einer Chance für ein Friedensabkommen im Ukraine-Krieg.

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Mehrere Länder wie die USA und China seien bereit, eine Friedenslösung zu unterstützen, sagte Putin. Letztlich müssten jedoch die Konfliktparteien selbst eine Lösung finden. Putin warf der Ukraine zudem erneut „Staatsterrorismus“ vor. Er bezog sich dabei auf ukrainische Warnungen vor Gefahren für den Flugverkehr im russischen Luftraum.

Beobachter schließen hingegen nicht aus, dass Putin angesichts anhaltend hoher russischer Verluste nach der Parlamentswahl vom 18. bis 20. September erneut eine Mobilisierung anordnen könnte. Der finnische Präsident Alexander Stubb hatte jüngst gesagt, das Einzige, womit Russland noch eskalieren könne, sei eine Mobilmachung. Es sei wahrscheinlich, dass diese im Herbst komme. Aktuell verliere die russische Armee monatlich zwischen 30.000 und 35.000 Soldaten. Es würden aber nur 27.000 neue rekrutiert.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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