Signa-Krimi: 18 schwere Geschütze gegen René Benko & Co.

Wirtschaft

Das Ausmaß der strafrechtlichen Ermittlungen rund um den Signa-Gründer René Benko nimmt immer größere Dimensionen an. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) untersucht laut Austria Presse Agentur (APA) mittlerweile mindestens 18 voneinander getrennte Sachverhaltskomplexe. Die Vorwürfe reichen von Betrug über Untreue bis hin zu betrügerischer Krida. René Benko, der seit 24. Jänner 2025 in U-haft sitzt, bestreitet sämtliche Anschuldigungen vehement.

Jüngster Verdacht: Der Immobilien-Unternehmer soll einen Tag vor der Pleite der Signa Holding die Unterschriften dreier Mitgesellschafter – Torsten Toeller, Ernst Tanner und Hans Peter Haselsteiner – nachträglich auf einen Gesellschafterbeschluss zu seinem eigenen Dienstvertrag eingefügt haben. Die Sonderkommission Signa hat Ermittlungen wegen Urkundenfälschung aufgenommen. Zuerst haben die Kronen Zeitung und Der Standard darüber berichtet. Benkos Anwalt spricht von einer rein buchhalterischen Nachbearbeitung.

1. Betrügerische Krida: Luxusgüter angeblich verschwiegen

Im Zentrum der Ermittlungen steht Benkos persönliche Insolvenz. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Vermögenswerte im zweistelligen Millionenbereich verschwiegen zu haben – darunter Bargeld, Luxusgüter, Fahrzeuge und Wertgegenstände. Auch durch Schenkungen und verdeckte Vermögensverschiebungen soll er den Gläubigerfonds geschmälert haben.

Das Landesgericht Innsbruck verurteilte Benko im Oktober 2025 wegen betrügerischer Krida bereits zum Teil rechtskräftig. In einem zweiten Verfahren im Dezember fasste er 15 Monate bedingte Haft aus – dieses Urteil ist nicht rechtskräftig.

2. Fünf Millionen Euro kurz vor der Pleite – Täuschung von Investoren

Investor Hans Peter Haselsteiner soll von Benko dazu verleitet worden sein, rund fünf Millionen Euro an den Sanierungsbeauftragten der Signa Holding zu überweisen – und zwar kurz vor der Insolvenz. Benko habe dabei vorgetäuscht, dem Investor einen ausstehenden Dividendenbetrag in gleicher Höhe im Fall von dessen Ausfall persönlich zu erstatten. Dieser Verfahrensstrang liegt mittlerweile bei Gericht.

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3. Chalet N unter Selbstkosten vermietet 

Das luxuriöse Chalet N in Lech am Arlberg steht gleich in zwei Ermittlungssträngen im Fokus. Die Eigentümergesellschaft soll Räumlichkeiten zu Konditionen unter den Selbstkosten an Benko und mit ihm verbundene Unternehmen vermietet haben. Der vermeintliche Schaden: über 1,5 Millionen Euro. Gegen Verantwortliche sowie Benko als faktischen Entscheidungsträger wird wegen Untreue ermittelt.

4. Überhöhte Preise bei „Wohnen am Belvedere“ 

Beim Wiener Wohnbauprojekt „Wohnen am Belvedere Management GmbH“ soll es zu überhöhten Preisforderungen gegenüber Käufern gekommen sein. Ein Signa-Mitarbeiter soll überhöhte Pauschalen verrechnet haben. Die mutmaßliche Schadenssumme übertrifft die strafrechtlich relevante Grenze von 300.000 Euro, ab der die Schwere einer Straftat eintritt. Ermittelt wird wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs.

5. 17 Millionen Euro für Berater-Immobilie

Verantwortliche der Signa Holding sollen einem Berater der Gruppe ein Darlehen über rund 17 Millionen Euro zu nicht marktüblichen Konditionen gewährt haben – zur Finanzierung eines privaten Immobilienkaufs. Auch diese Transaktion soll Benko beauftragt haben.

6. Rückzahlung trotz Zahlungsunfähigkeit – Gläubigerschädigung 

Die Signa Prime Selection AG soll ein Darlehen über rund 15 Millionen Euro an die Ingbe-Stiftung zurückgezahlt haben, obwohl die Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt laut Verdacht bereits insolvent war. Benko soll als wirtschaftlich Verantwortlicher die Rückzahlung veranlasst und dadurch eine Gläubigerbegünstigung zulasten anderer Gläubiger ermöglicht haben.

7. Das „Geldkarussell“ bei der Kapitalerhöhung

Bei einer Kapitalerhöhung der Signa Holding soll Benko anderen Gesellschaftern vorgespiegelt haben, selbst frisches Kapital einzubringen. Tatsächlich soll ein Teil des Geldes über verschachtelte Transaktionen aus deren eigenen Einzahlungen stammen – ein klassisches „Geldkarussell“. Die WKStA ermittelt …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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