
Das 1:5 von Rapid in Salzburg kann tatsächlich als Lehrspiel bezeichnet werden. Denn spätestens nach der deutlichen und ersten Saisonniederlage haben die Hütteldorfer schmerzhaft aufgezeigt bekommen, wo es im Kader eine besondere Schwäche gibt: auf der Sechser-Position im defensiven Mittelfeld. Genau dort fehlt ein zweikampfstarker Spieler, der viel nach hinten arbeitet und die Lücken zur Verteidigung schließt. Diese Räume suchte Salzburg immer wieder auf und konnte dort die hohe Qualität auch ausspielen.
Rapid-Coach Johannes Hoff Thorup wies schon im Frühjahr auf diese Schwäche im Kader hin und bekräftigte seine Forderung auch nach einer Reaktion auf den Abgang von Romeo Amane zu Anderlecht. „Wenn wir zu den Top-Top-Teams gehören wollen, hat man heute gut gesehen, wo wir noch einen Spieler benötigen würden“, sagte er nach dem 1:5.
Bis zur letzten Minute
Bis zuletzt versuchte Sportchef Markus Katzer am Donnerstag, einen solchen Spieler per Leihe nach Hütteldorf zu holen. Doch um 17 Uhr schloss das Transferfenster und Rapid ging leer aus. Somit muss Trainer Hoff Thorup kreativ werden.
Einer, der diese Position seit einem Jahr ausfüllen sollte, ist der Kameruner Martin Ndzie. Doch der 2,5-Millionen-Einkauf kam im August 2025 nicht fit nach Wien und bislang nur auf 14 Einsätze. Seit seiner Verletzung im Derby gegen die Austria im Februar ist Ndzie am Knie verletzt. Bis der 23-Jährige der Mannschaft wieder helfen kann, wird es noch länger dauern.
In Salzburg spielten Matthias Seidl und Nicolas Bajlicz im defensiven Mittelfeld. Beide schafften es bei den schnellen Vorstößen der Salzburger nicht, die Verteidigung zu unterstützen. Zumindest drei Tore der Bullen fielen in diesen Räumen. Doch dieser Umstand ist wohl nicht nur Seidl und Bajlicz anzulasten, die beide im Spielaufbau viele Kilometer abspulten. Am Spiel von Rapid in der Offensive konnte auch nicht viel ausgesetzt werden.
Kapitän Matthias Seidl brachte es auf den Punkt und beklagte das Defensivverhalten von „vorne bis hinten. Bei den ersten drei Toren hat unser Pressing gar nicht funktioniert und dennoch schieben wir nach vorne und öffnen den Raum vor der Abwehr.“
Mehr Risiko
Unter Trainer Johannes Hoff Thorup spielt Rapid mit mehr Risiko im Ballbesitz. Dadurch sehen die Innenverteidiger oft schlecht aus. Doch die Qualität eines Nenad Cvetkovic oder eines Serge-Philippe Raux Yao hat sich in den vergangenen Wochen wohl nicht verschlechtert.
Für ein Top-Top-Team bekommen die Wiener derzeit auf jeden Fall zu viele Gegentore. Drei waren es in der Conference-League-Qualifikation in den zwei Spielen gegen Santa Coloma aus Andorra, vier gegen Heart of Midlothian und jetzt sind es nach dem 1:5 in Salzburg sieben in fünf Partien der Bundesliga. Das sind also 1,4 Gegentore im Schnitt bei Rapid. Die Wiener sind hier also weniger top-top, sondern eher durchschnittlich.
Am Samstag im Cup bei Regionalligist Austria Klagenfurt sollte das kein Problem darstellen.
Source:: Kurier.at – Sport



