Arbeiten bis 65: Ein Drittel hält es für unwahrscheinlich

Wirtschaft

Es wird über längeres Arbeiten und ein späteres Regelpensionsalter diskutiert. Doch als wie wahrscheinlich beurteilen österreichische Beschäftigte, das bereits jetzt geltende gesetzliche Antrittsalter von 65 Jahren gesund zu erreichen? Das Wissenschaftsnetz Diskurs lud am Mittwoch, dem 30. September, zu einem Mediengespräch. In diesem beantwortete u. a. Martin Oppenauer vom Institut für empirische Sozialforschung (IFES) die wichtigsten Fragen aus der Arbeitswelt. Dabei stützte er sich auf Daten des Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer Oberösterreich.

Was sagen die Österreicher: Glauben sie, bis 65 arbeiten zu können?

Martin Oppenauer: Über alle unselbstständig Beschäftigten hinweg sehen wir, dass 63 Prozent das für sehr oder eher wahrscheinlich halten. Rund ein Drittel hält das für unwahrscheinlich. Interessanterweise gibt es auch nach Altersgruppen keine allzu großen Unterschiede. Bis 35-Jährige sind zu einem ähnlichen Anteil skeptisch wie die Über-55-Jährigen. Was schon einen Unterschied macht, sind die körperlichen und psychischen Beanspruchungen im Berufsalltag. Arbeiter und Arbeiterinnen geben sehr viel häufiger an, dass sie es für unwahrscheinlich halten, den aktuellen Job bis zur Pension durchzuhalten, wobei es keinen Unterschied macht, ob man Fach- oder Hilfsarbeiter ist. Auch das Thema Schichtarbeit ist ein Wesentliches. 44 Prozent der Personen, die Schichtarbeit leisten, sagen uns, dass sie sich das nicht vorstellen können. Auch Personen, die von Zeitstress betroffen sind, sind wesentlicher pessimistischer.

Gibt es weitere Faktoren, die die Zuversicht beeinflussen?

Neben den körperlichen oder psychischen Beanspruchungen ist auch die finanzielle Anerkennung im Berufsleben ein definitiver Faktor. Hier liegen die Anteile der Gruppe der Skeptiker innerhalb der schlechten Auskommensgruppe deutlich höher.

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Zeigt sich auch ein Unterschied zwischen Branchen?

Wir haben gewisse Brennpunkte in Branchen. In der Gesundheits- oder Baubranche liegt der Anteil derjenigen, die skeptisch sind, es bis zur Pension durchhalten zu können, deutlich höher.

Gibt es positive Erkenntnisse?

Der Anteil jener, die angeben, dass sie es für unwahrscheinlich halten, bis zur Pension durchzuhalten, ist seit 2020 fortfolgend gesunken. Von rund vier von zehn Personen, die es für unwahrscheinlich halten, ist der Anteil auf ein Drittel gesunken. Allerdings beobachten wir das nur in der Gruppe der Angestellten, insbesondere bei jenen, die Homeoffice nutzen können. Hier spielt die bessere Vereinbarkeit mit Care-Tätigkeiten und dem Privatleben eine Rolle. In der Personengruppe, die körperlich stärker beansprucht wird, hat sich das kaum oder gar nicht verändert.

Was kann unterstützend wirken, um einen Job bis zur Pension ausüben zu können?

Wir sehen, dass das Thema Arbeitszeit ein wesentlicher Faktor ist. Eine Arbeitszeitkürzung bei geringerem Arbeitsdruck und weniger Arbeitsverdichtung wäre sicher etwas, das in einigen Bereichen helfen würde. Einkommen ist ebenfalls ein Thema, allerdings geringer ausgeprägt in der Gruppe, die das Durchhalten für geringer wahrscheinlich hält. Sehr starke Faktoren für die Betroffenen sind Stressoren in der Arbeitswelt. Viele würden sich gesundheitsfördernde Maßnahmen und eine geringere körperliche Belastung erhoffen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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