
Der Sommer bedeutet auch für die Wintersportler die große Transferzeit. Und vor allem nach Olympischen Spielen kommt es traditionell zu vielen Markenwechseln.
Was sich allerdings in den vergangenen Monaten im Skisprunglager abgespielt hat, fällt dann wohl in die Kategorie Materialrevolution. Denn über diesen Sommer tauchten gleich drei neue Skifirmen auf den Schanzen auf:
Fischer-Dübel, Biogena und Stiebel-Eltron.
Diese drei Unternehmen lassen eigene Sprungski mit individuellem Design anfertigen und garantieren damit das Überleben und die Zukunft des Skispringens.
Bereits vor Jahren öffnete der Weltverband FIS das Skispringen für Sponsoren, die mit ihren Logos werbewirksam auf den Laufflächen der Sprungski prangen. Fluege.de war mit dem blauen Ski der Vorreiter, später folgten Sport 2000 und die rosa Latten von BWT.
6.000 Stück pro Jahr
Die FIS sah sich zu diesem Schritt gezwungen, da immer mehr traditionelle Skifirmen die teure Produktion der Sprungski einstellten. Aus verständlichem Grund: Sprungski sind ein Nischenprodukt, mit dem sich kein Geld verdienen lässt. Wer hat schon ein Paar Sprungski im Keller stehen? Jedes Jahr werden gerade einmal 6.000 Stück hergestellt.
Nur dank der Sponsoren lohnt sich der enorme Aufwand, den die letzten drei Firmen betreiben, die heute noch Sprungski produzieren: Fischer, Van Deer (Österreich) sowie Slatnar (Slowenien).
Da wo jetzt Stiebel-Eltron und Fischer-Dübel draufsteht, ist eigentlich ein Fischer-Ski drinnen. Der Biogena-Ski wiederum kommt aus dem Hause Van Deer, jener Skimarke, die Marcel Hirscher ins Leben gerufen hat. „Wir müssen froh sein, dass es Firmen gibt, die unseren Sport unterstützen“, sagt ÖSV-Chefcoach Andreas Widhölzl.
Kraft bei Hirscher
Die neuen Flugbegleiter waren ziemlich umtriebig und haben bei den Skifirmen für ein reges Kommen und Gehen gesorgt. Auch im Team der ÖSV-Adler. Der dreifache Weltmeister Stefan Kraft etwa wird bei Marcel Hirscher landen, „er hat im Sommer alle Marken durchgetestet“, verrät Widhölzl.
Jonas Schuster, einer der Aufsteiger des letzten Winters, gehört der Flotte von Fischer-Dübel an, die inzwischen mehr als 25 Skispringer umfasst. Clemens Aigner, der Seriensieger im Kontinentalcup, ging einen anderen Weg und springt als einziger Österreich das Slatnar-Modell von Seriensieger und Superstar Domen Prevc.
Im Lager der ÖSV-Kombinierer gehen Johannes Lamparter und Thomas Rettenegger einen neuen Weg und springen fortan auf Stiebel-Eltron-Latten.
Source:: Kurier.at – Sport



