
Wie kann die Politik dafür sorgen, dass heimische Unternehmen ältere Arbeitnehmer einstellen oder länger beschäftigen? Arbeiterkammer, Seniorenvertreter und auch Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) plädieren für ein „Bonus-Malus-Modell“. Heißt: Belohnungen für Betriebe, die Ältere beschäftigen und Bestrafungen für jene, die darauf verzichten.
Die Arbeitslosenquote der über 50-Jährigen liegt in Österreich grundsätzlich im Durchschnitt. Erst ab der Alterskohorte der 60- bis 64-Jährigen steigt sie mit 9,8 Prozent deutlich an. „Die Schuld daran tragen nicht die Unternehmen, sondern die Politik, die nicht die richtigen Rahmen gesetzt hat, um diese Menschen wieder in Beschäftigung zu bekommen“, sagt Neos-Sozialsprecher Johannes Gasser.
Er sehe jedenfalls nicht, „dass es einen Bonus-Malus mit uns geben wird“, das sei lediglich Symptombekämpfung. Ein Bonus-Malus-System stehe zudem nicht im Regierungsprogramm, es handle sich um klassenkämpferische Parolen: „Das lenkt ab von dem, was wir uns vorgenommen haben“, so Gasser.
Zu krank, aber auch zu gesund
Was sehr wohl im Regierungsprogramm steht, ist die sogenannte „Teilarbeitsfähigkeit“. Die Grundidee: Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sollen die Möglichkeit erhalten, wieder in beschränktem Ausmaß einer Beschäftigung nachzugehen. Derzeit gebe es diese Option nicht, meint Gasser unter anderem mit Verweis auf das Rehageld. Dessen Prinzip: Wer nicht voll arbeitsfähig ist, bleibt weiterhin in Rehabilitation.
„Die Menschen sind oft zu krank zum Arbeiten und zu gesund, um in Pension geschickt zu werden“, schlussfolgert Gasser. Das Resultat: Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen würden zwischen Behörden im Kreis geschickt – und enden häufig in Langzeitarbeitslosigkeit oder im Langzeitkrankenstand.
Hier wollen die Neos ansetzen: AMS, ÖGK, PVA und Sozialministerium sollen künftig in einer gemeinsamen Begutachtungsstelle Einzelfälle betreuen. Das Ziel: gezielte Qualifizierung, Umschulung und Wiedereingliederung.
Wie geht es weiter? Die Neos wollen einerseits Druck in der Regierung aufbauen, damit die Teilarbeitsfähigkeit umgesetzt wird. Zudem planen sie eine parlamentarische Enquete, wo Experten aus Vorzeigestaaten zum Thema Älterenbeschäftigung geladen sind.
Source:: Kurier.at – Politik



