Millionenpleite eines ambitionierten Autozulieferers

Wirtschaft

Das Ende kam am 30. September: Über zwei Unternehmen der Obrist-Gruppe aus Lustenau wurde laut KSV1870 und Creditreform am Landesgericht Feldkirch das Konkursverfahren eröffnet. Die Obrist Technologies GmbH und die Obrist Powertrain GmbH stellten Eigenantrag. 

Die beiden Firmen unter der Führung von Geschäftsführer Frank Obrist hatten jahrelang an seriellen Hybrid-Antriebssystemen für die Automobil- und Transportbranche getüftelt. Doch der erhoffte Durchbruch blieb aus. „Die Ursachen der Insolvenz liegen in den hohen Entwicklungskosten über viele Jahre hinweg und dem ausbleibenden, nachhaltigen Durchbruch der entwickelten Technologien“, heißt es in den Insolvenzanträgen.

Krise der Autobranche als Brandbeschleuniger

Besonders bitter: Die Obrist-Gruppe geriet zwischen alle Fronten. Während die europäische Automobilindustrie in einer anhaltenden Krise steckt, setzt die EU strategisch auf rein elektrisch betriebene Fahrzeuge. Für Hybrid-Technologien bleibt da kaum noch Platz. „Die strategische Entscheidung der Europäischen Union wirkt sich negativ auf die Idee von nachhaltigen, hybriden Antriebssystemen aus“, so die Schuldnerin.

Die Schulden

Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf insgsamt rund 24,8 Millionen Euro: Die Obrist Technologies GmbH weist Verbindlichkeiten von sechs Millionen Euro auf, davon 5,4 Millionen Euro Gesellschafterforderungen. Die deutlich größere Obrist Powertrain GmbH steht mit 18,8 Millionen Euro in der Kreide – zwölf Millionen davon bei Banken, 6,5 Millionen sind Gesellschafterforderungen. 

Keine Fortführung geplant

Zu Masseverwaltern wurden Rechtsanwalt Gernot Klocker (Obrist Technologies) und Rechtsanwalt Tobias Gisinger (Obrist Powertrain), beide aus Dornbirn, bestellt. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist für den 16. November am Landesgericht Feldkirch angesetzt. 

„Eine Fortführung der Unternehmen wird nicht angestrebt“, heißt es. Damit endet ein ambitioniertes Technologieprojekt, das offenbar zur falschen Zeit auf die falsche Antriebstechnologie setzte. Die Obrist-Gruppe reiht sich damit ein in eine wachsende Zahl von Autozulieferern, die unter dem Strukturwandel der Branche leiden.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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