Die Welt geht unter, aber diese Liebe ist eine Legende

Kultur

Eine Insel driftet auf den Meeren. Seefahrer berichten von ihr wie von einer Sinnestäuschung. Auf ihr lebt ein Mann, der seine Frau verloren hat. In der Nacht, als sie starb, brach der Felsen ab. Das Mädchen Ellie entdeckt das rätselhafte Eiland. Als sie nach wenigen Stunden zurückkehrt, ist zu Hause eine Woche vergangen. Fast niemand glaubt ihr. Das lässt sie nicht mehr los. Als Frau macht sie sich auf die Suche, verlässt ihr Leben als Psychologin und ihren Verlobten. Was sie findet? Die Insel und den Mann darauf, der kaum gealtert ist – und die Liebe zu ihm.

Die US-Autorin Shea Ernshaw hat mit „Die Launen des Meeres“ nicht nur eine Liebesgeschichte geschrieben. Der Roman erzählt von Trauer, Einsamkeit und Selbstfindung. Ellie denkt nach, während sie aufs Meer blickt. Was würde sie den Kindern, die sie betreut hat, raten? „Hätte ich damals nur schon gewusst, was ich heute weiß – ich hätte sie ihnen gesagt: Lauft!“ Sie sollen vor dem Leben fliehen, das sie auf Kredit gekauft haben, dem sterilen Haus, dem schnelleren Internet, den Pillen, die sie brauchen.

Ernshaw beschreibt in leicht zu lesender Sprache, wie es ist, der Natur ausgeliefert zu sein. Die Katastrophen der Welt spiegeln sich im Kleinen wider: Dürre, Überschwemmungen, Ernteausfälle. Dann brandet auch der Untergang der Menschheit an die Küste der Insel. Während dort nur wenige Monate vergehen, sind es auf dem Festland Jahre. Die Geschichte wird zur Postapokalypse.

Diese Wendung ist allerdings schwer verdaulich. Was als rätselhafte Geschichte über eine Insel beginnt, wird zunehmend zur Menschheitsparabel. Das ist ambitioniert – für viele wohl zu ambitioniert.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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