Yusuf Demir und sein Wandel: „Ich war nicht auf dem Niveau für Rapid“

Sport

Yusuf Demir gibt nur selten lange Interviews. Bei seinem ersten, am 4. Juli 2021, lautete die KURIER-Schlagzeile: „Ich will für Barcelona spielen“.

Nur fünf Tage später wechselte der Rapidler zu Barça.

„Wow. Darf ich mir das behalten?“, fragt der heute 23-Jährige höflich wie immer, als er beim Treffen den Ausdruck seines Debüt-Interviews sieht.

Der diese Saison immer stärker werdende Techniker kommt gerade von einigen Extraläufen, die Yusuf Demir nach der intensiven Spielvorbereitung auf den Schlager von Rapid beim LASK am Sonntag (17 Uhr, ORF und Sky live) absolviert hat.

KURIER: Sie haben die besten Fitnesswerte im Kader. Wie weit sollen sich diese noch verbessern?

Yusuf Demir: Ich glaube, dass man sich immer noch verbessern kann, auch nach einem intensiven Training wie heute. Ich mache das, weil wir uns alle weiter verbessern wollen – immer weiter nach oben.

Es gibt Teenager, die innerhalb von wenigen Monaten körperlich stark zulegen. Wie konnten Sie mit 23 Ihre Fitness so massiv verändern?

Ich muss ehrlich sagen: Ich war beim Transfer Anfang Februar nicht auf dem Niveau für Rapid. Mein körperlicher Zustand war nicht das, was man sich zurecht von einem Spieler erwartet. Nach der Saison hatte ich eine lange Vorbereitungszeit, da hab ich noch mehr Gas gegeben. Und mehr auf mich geschaut.

Wie konkret?

Da geht es um die Ernährung, den Schlaf, das ganze Rundherum. Wenn man das alles durchzieht, tut sich was. Ich habe es dann in der Vorbereitung gemerkt, dass ich auf einem anderen Niveau ankomme.

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Als Jugendlicher haben Sie immer betont, dass Sie Spaß beim Spielen wollen. Gab es in den enttäuschenden Saisonen einen Moment, an dem dieser Spaß verloren ging?

Jeder hat solche Phasen, da muss man durch. Gar keine Freude hatte ich nie. Fußball ist mein Job, damit verdiene ich mein Geld. Und ich habe im Frühjahr gewusst, dass ich nicht so viel spielen werde.

Wobei „Geld verdienen“ im Frühjahr relativ war – bei der Rückkehr von Galatasaray haben Sie einem ungewöhnlichen Deal zugestimmt.

Ja, ich war nur mit dem Mindestgehalt angemeldet, um versichert zu sein. Ich wusste, dass ich hinten nach bin und etwas Zeit für mich brauchen werde. Da wollte ich keinen Cent mehr verlangen. Das wäre unfair gegenüber dem Verein.

Jetzt verdienen Sie zwar nicht mehr so viel wie bei Galatasaray, aber wieder angemessen, oder?

Sagen wir so: Es ist mehr als das Mindestgehalt (lacht).

In den fünf Jahren seit dem Barcelona-Transfer ist viel passiert – welche war die wichtigste Erfahrung?

(denkt lange nach) Zu sehen, wie Topstars arbeiten, was verschiedene Klubs machen, oder wie sie ihre Stars bei Laune halten. Als Junger ohne Erfahrung hast du ja keine Ahnung. Ich habe vieles erlebt und musste auch einiges durchleben.

Was bringt es einem Spieler, mit Topstars wie Piqué, Busquets oder Gündogan und Icardi zu trainieren, aber zu wissen, dass die Chance auf Spielzeit im Match gering ist?

„Gering“ würde ich gar nicht sagen, weil ich bei Gala im Training nur wenig Unterschied gemerkt habe. Wir waren eine coole, über Jahre erfolgreiche Truppe.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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