
General Harald Vodosek ist zuversichtlich, dass sich die Regierung mit der Opposition bei der Frage der Wehrdienstverlängerung einig werden wird.
KURIER: Herr General, seit 1. Oktober stehen Sie an der Spitze des österreichischen Bundesheeres. Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Armee?
Harald Vodosek: Wir führen immer die Diskussion, ob wir verteidigungsfähig sind. Die Antwort ist: Ja, wir sind verteidigungsfähig. Der Zustand des Bundesheeres ist im internationalen Vergleich sehr gut. Wir haben uns 2013 für die Wehrpflicht entschieden. Das hat nicht nur dazu geführt, dass weiter Grundwehrdiener zu uns kommen, sondern auch, dass wir unsere Strukturen aufrechterhalten haben. Die Standorte, die Kasernen, die Fliegerhorste, die Logistikeinrichtungen, aber auch die Verbände.
Wobei gerade die Kasernen damals sehr umkämpft waren.
Alles war damals umkämpft. Ich war selbst involviert, dass Waffensysteme erhalten und Standorte bestehen geblieben sind.
Aber zurück zur Verteidigungsfähigkeit.
Wir sind dabei, die Streitkräfte nachzurüsten. Und mit Ministerin Klaudia Tanner haben wir 2020 die Entscheidung getroffen, wieder die Landesverteidigung ins Zentrum zu stellen. Das war ein Paradigmenwechsel. Wir haben gesagt, wir wollen wieder in Österreich stark sein und im Ausland fokussiert. Ich übernehme als Generalstabschef eine Organisation, die einen guten Personalstand hat und sehr leistungsfähig ist. Auf der anderen Seite werde ich mit dem Rüstungschef die Nachrüstung weiter fortführen.
Bleiben wir beim Personal. In den kommenden Wochen muss im Parlament der Beschluss über die Verlängerung des Wehrdienstes fallen. Rechnen Sie damit, dass das auch passiert?
Ich gehe davon aus, dass das Parlament entscheiden wird. Die Verhandlungen innerhalb der Koalition sind abgeschlossen, jetzt wird mit den Oppositionsparteien gesprochen. Im Parlament braucht es wegen des Wehrersatzdienstes eine Zweidrittelmehrheit. Ich sehe keinen Grund für Pessimismus. Ich gehe davon aus, dass die politische Einigung zustande kommt. Das führt dazu, dass wir bei einer Verlängerung von sechs auf neun Monate unsere Soldatinnen und Soldaten, die die Systeme bedienen, entsprechend gut ausbilden können.
Ist das Bundesheer auf die Verlängerung des Wehrdienstes bereits vorbereitet?
Das Heer ist vorbereitet. Die Planungen laufen nicht erst seit gestern, sondern seitdem wir wissen, dass es in eine bestimmte Richtung geht. Wir haben uns mit der Systematik für die Stellung und die Einberufung beschäftigt, damit die jungen Männer und Frauen bei der Frage, mache ich sechs oder neun Monate, eine klare Rechtssicherheit haben. Wir warten eigentlich nur noch auf die politischen Beschlüsse.
Es geht um sechs Monate Grundwehrdienst, ein Monat Truppenübung und zwei Monate für Milizübungen?
Ja, aus unserer Sicht geht es um sechs plus eins plus zwei. Damit sind wir in Europa Avantgarde. Keine andere Nation außer den Finnen geht in die Richtung, in die wir gehen.
Für die Übungen, die es in den vergangenen Jahren ja nicht verpflichtend gegeben hat, stehen Ihnen auch genügend Offiziere zur Verfügung?
Das Offiziers- und das Unteroffizierspersonal ist im Aufbau begriffen. Wir haben mittlerweile über 100 Aufnahmen an der Militärakademie. Wir arbeiten daran, dass wir bei den nächsten Ausmusterungen bei den Unteroffizieren weit über 400 haben werden. Der Zulauf ist gut. Das Image des Bundesheeres ist gut.
Der Finanzierungsplan für die Nachrüstung steht. Was mit dem Finanzminister diskutiert werden muss, ist die Frage der Eurofighter.
Der Herr Finanzminister hat in Interviews …read more
Source:: Kurier.at – Politik



