„Komm runter“ im Theater der Jugend: Fünf Freunde gegen die Gemeinheit

Kultur

Sind fünf Freunde im Spiel, assoziieren das die meisten mit Enid Blytons Kinderbuchreihe über vier Kinder und ihren legendären Hund Timmy. Auch in Sabrina Myriam Mohameds Stück „Komm runter!“ stehen fünf Freunde im Zentrum. Doch die sind weder verwandt, noch haben sie einen Hund im Bunde.

Leilia (Minou M. Baghbani), Hannah (Tara Ewers), Adriana (Violeta Maleo), Yasmin (Melanie Baljeet Kaur Sidhu) und Istvan (Fridolin Blasl) sind Teenager und leben in einem Wiener Gemeindebau. Dass jeder und jede von ihnen andere Wurzeln hat, tut ihrer Freundschaft keinen Abbruch. Wie bei Blyton müssen auch sie schwierige Fälle lösen. Doch die sind alles andere als ein Kinderspiel.

Die Autorin bringt damit die Brutalität des wirklichen Lebens auf die Bühne. Dabei changiert sie zwischen Groteske und bitterem Ernst. In der Schule lehrt der Klassenlehrer Grauselmann vor allem, wie ungerecht das Leben sein kann. Dieser Mann macht kein Hehl aus seinem Rassismus, nennt jene mit migrantischem Hintergrund „kleine Terroristen“ und stellt sie bei spontan angesetzten Prüfungen vor unlösbare Aufgaben.

Abschiebung

Auch die Eltern haben Bedenken gegen den Umgang ihrer Töchter mit Gefährten aus anderen Kulturen. So fragen sich die Leila und Yasmin, wie sie zu Hause erklären sollen, dass sie mit einem Buben aus Ungarn, nämlich Istvan, ihre Freizeit verbringen.

Nicht genug damit, entdecken sie, dass Leilas älterer Cousin Navid nach Afghanistan abgeschoben werden soll. Doch diese fünf jungen Menschen geben nicht auf. Zuerst nehmen sie sich den Lehrer vor. Vor den Sommerferien schreiben sie einen Brief an die Direktion und dokumentieren darin sein Verhalten. Dann unternehmen sie einen Versuch, den Beamten, der Navid abschieben soll, von dessen vorbildlichem Verhalten zu überzeugen.

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Nicht alles gelingt, doch (Achtung Spoiler!) ihr Brief hat Erfolg. Die neue Direktorin verweist den Lehrer von der Schule. Subtil verarbeitet Mohamed in kurzweiligen 75 Minuten die Probleme der Jugendlichen. Regisseur Niko Eleftheriadis setzt in seiner zurecht bejubelten Inszenierung mit seinem engagierten, kraftvollen jungen Ensemble auf Rasanz.S. Zobl

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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