Fünf Tore in acht Spielen: Ein Ex-Rapidler macht in Holland Karriere

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Wer an den niederländischen Fußball denkt, der denkt an Ajax, Feyenoord und PSV Eindhoven. Den SC Cambuur hat man kaum am Radar. Der Verein aus der friesischen Stadt Leuwaarden, das ist ganz im Norden des Landes, gilt als Fahrstuhlverein. Diesen Sommer ging es wieder nach oben, man spielt in der höchsten Liga, der Eredivisie. Jaap Stam hat einmal bei Cambuur gespielt. In der Historie des Klubs findet man sonst keine großen Namen. Gerade macht sich dort ein Stürmer aus Wien einen.

Nicolas Binder hält nach acht Spielen in der niederländischen Topliga bei fünf Toren und zwei Assists. Das ist bemerkenswert, vor allem mit einem Blick auf die Vorsaison. Da spielte der 24-jährige Mittelstürmer in der 2. Liga keine Rolle. Auf dem Weg zum Aufstieg war er Reservist. Binder selbst erinnert sich noch an die Feier. „Ich habe mir gedacht: Was mache ich eigentlich da? Es war nicht mein Aufstieg.“

Wie schon im Winter gab es Gedanken an einen Wechsel. „Warum sollte ich in der Eredivisie spielen, wenn man mich eine Liga tiefer nicht gebraucht hat“, fragte sich der Wiener. Die Zweifel blieben bestehen, bis zu einem Gespräch auf dem Trainingsplatz zwischen dem Stürmer und Trainer Johan Plat. Ob er den Klub verlassen wolle, fragte der Coach den Österreicher. „Ich bin mir nicht sicher“, antwortete der Stürmer. Plat sagte ihm, dass er bleiben solle und dass er einen Stürmer mit seinen Qualitäten brauche. „An dieses Gespräch denke ich oft“, sagt Binder. „Zum ersten Mal seit Langem habe ich mich wieder wichtig gefühlt.“

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Heute ist er noch viel wichtiger. Im Moment hat der 1,93 Meter große Binder nicht nur ein Leiberl, er trifft auch regelmäßig. Sportdirektor Lars Lambooij sieht in ihm mehr als den klassischen Kopfballspieler: „Nicolas ist für jemanden seiner Größe auch technisch ziemlich versiert und dadurch vielseitig einsetzbar.“ Große Mittelstürmer, die nicht nur wuchtig sind sondern auch technisch begabt, sucht man auf der ganzen Welt.

Sohn von Ex-Profi

Wegen dieser Anlagen hat man den Österreicher im Vorjahr auch in die Niederlande geholt. Damals, 2025, war Nicolas Binder in der Bundesliga mit Austria Klagenfurt abgestiegen. Bevor er in die 2. Liga in Österreich ging, zog es den Sohn von Ex-Admira und Austria-Stürmer Michael Binder dann aber doch lieber in die zweithöchste Spielklasse in den Niederlanden. Mit Geduld ist er dort nun angekommen.

Bei seinen Toren zeigte Binder zuletzt auch verschiedene Qualitäten. Gegen Alkmaar traf er volley und mit viel Wucht. Gegen Zwolle war zuvor eine gefühlvolle Ballannahme auf engstem Raum entscheidend dafür, dass er sogleich aus der Drehung unter die Latte schießen konnte. Dazu zeigte er bei einer Torvorlage im Konter, dass er auch nicht langsam ist.

Und gegen Willem II erzielte er am vergangenen Wochenende erstmals einen Doppelpack. Drei Spiele hintereinander hat er nun getroffen. So kann es weitergehen. Am Samstag geht es gegen die Go Ahead Eagles aus Deventer. Am Montag gibt Teamchef Ralf Rangnick seinen Kader für die beiden Nations-League-Spiele gegen Irland und Israel bekannt. Im Fußball geht es oft schnell. Ob es so schnell geht, bleibt natürlich noch abzuwarten.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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