„Gehirnwäsche“: Schockierender Bericht zeigt, wie China mit Muslimen umgeht

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Uiguren im Visier: Chinesische Polizisten marschieren 2014 nach einem Bombenanschlag im Autonomen Gebiet Xinjiang auf.

Es ist der nächste schockierende Bericht aus der chinesischen Provinz Xinjiang. Die dort lebende muslimische Minderheit der Uiguren wird schon länger unterdrückt. Doch eine neue Untersuchung enthüllt nun: Offenbar nimmt die chinesische Regierung verstärkt Kinder aus ihren Familien. Das tut sie — so der Vorwurf —, um die Kinder ihrer Identität zu berauben.

Zur Erinnerung: In der nordöstlichen chinesischen Provinz Xinjiang leben viele Angehörige muslimischer Minderheiten, vor allem Uiguren. Sie fordern größere Freiheiten und Autonomie, die ihnen die Zentralregierung in Peking aber nicht gewährt. In der Vergangenheit kam es daher immer wieder zu Anschlägen.

Die chinesische Regierung reagiert mit einer beispiellosen Internierungskampagne. Rund eine Million Menschen sollen sich in Umerziehungslagern befinden. Doch die Regierung geht offenbar noch weiter.

So werden in China Kinder aus Familien genommen

Wenn aus einer Familie beide Eltern in Gefangenschaft sind, werden die Kinder nicht etwa zu Großeltern oder Tanten gegeben, sondern in staatlichen Einrichtungen betreut. Das sind etwa Waisenhäuser oder Internate.

Dort ist die Sprache der Uiguren verboten, die Kinder verlieren ihre Verbindung zu ihren kulturellen Wurzeln. In manchen offiziellen Propagandaberichten ist explizit die Rede von „Gehirnwäsche“ für die uigurischen Kinder.

Offenbar sind auch die Zustände in den Einrichtungen miserabel. Ein Lehrer berichtet, dass Kinder selbst bei eisigem Dezemberwetter nur dünne Kleidung trügen. Außerdem soll es in den Klassenräumen stinken, weil die Kinder oftmals nicht gewaschen seien und keine Wechselkleidung hätten.

Forscher Adrian Zenz, Sozialwissenschaftler an der Akademie für Weltmission bei Stuttgart, schreibt in seinem Bericht, dass all dies höchstwahrscheinlich eine bewusste Strategie sei und nennt dieses Vorgehen einen „kulturellen Völkermord“.

Wie viele Kinder betroffen sind, darüber ist nur wenig bekannt. Die chinesischen Behörden wollen genaue Zahlen geheim halten. Öffentlich einsehbare Dokumente verraten jedoch, dass in Gegenden, in denen viele Uiguren leben, sich die Zahl der Kinder in Vorschulen zuletzt vervierfacht hat. Das ist mehr als das Zwölffache des nationalen Durchschnitts — und damit ein Hinweis darauf, dass hier möglicherweise Zwang ausgeübt wird. Das jüngste Kind, das in einer solchen Einrichtung aufgenommen wurde, war laut Zenz erst 15 Monate alt.

Lest auch: Chinas Staatsfeinde: Zwei Uiguren schildern, wie ihre Familien in Pekings Geheimlagern verschwanden

Zenz nennt in seinem Bericht auch ein Beispiel, wonach in einer von Uiguren dominierten Gemeinde beide Eltern von über 400 Kindern und Jugendlichen in Gefangenschaft seien. Es ist also wahrscheinlich, dass all diese Kinder nun unter staatlicher Kontrolle aufwachsen.

Die chinesische Regierung weist die Anschuldigungen zurück. Gleichzeitig produzieren chinesische Staatsmedien Propaganda-Berichte, wonach die Kinder „glücklich in der liebenden Obhut von Partei und Regierung aufwachsen“.

toh

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Source:: Business Insider.de

      

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