Trotz Warnung an Erdogan: Im Mittelmeer bahnt sich der nächste Konflikt mit der Türkei an

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nähert sich Russland an.

Die Türkei scheut unter Präsident Recep Tayyip Erdogan keine Konflikte. Derzeit gibt es Streit mit der Nato über den Kauf eines russischen Flugabwehrsystems — das wiederum hat einen Streit mit den USA über den F-35-Kampfjet zur Folge. Mit der EU hat sich Erdogan überworfen, seitdem er Regimekritiker und Journalisten verhaften lässt und die Rechte von Justiz und Opposition beschneidet.

Im östlichen Mittelmeer bahnt sich nun der nächste Konflikt an. Und dieser hat das Potenzial, die Region zu destabilisieren, denn der Konfliktstoff ist heiß begehrt: Erdgas. Vor der Küste von Zypern haben Forscher bereits vor Jahren große Lagerstätten gefunden.

Die Türkei will, dass die Türkische Republik Nordzypern auch von den Gasvorkommen profitiert. Der Staat Nordzypern entstand in Folge der türkischen Invasion des Nordteils der Insel im Jahr 1974. Seitdem ist Zypern geteilt, international wird der Nordteil der Insel aber nicht als eigenständiger Staat anerkannt — außer von der Türkei. Die griechisch geprägte Republik Zypern im Süden der Insel ist Teil der EU und beansprucht die gesamten Gasvorkommen für sich.

Obwohl Griechenland und die Europäische Union die Türkei ausdrücklich warnten, will die Türkei weitere Probebohrungen durchführen. Bereits seit Mai erkundet ein Schiff die umstrittene Gegend westlich der Insel. In dieser Woche soll ein zweites hinzustoßen, wie türkische Energieminister Fatih Sönmez am Samstag verkündet hatte.

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Die Europäische Union unterstützt ihr Mitglied, die Republik Zypern, und sieht das Vorgehen der Türkei kritisch. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte in Richtung Ankara, die EU werde „in angemessener Weise in völliger Solidarität mit Zypern“ reagieren. Auch die USA kritisieren, wie die Türkei sich verhält: „Diese provokativen Schritte erhöhen die Spannungen in der Region.“

Erdogan scheint nicht nachgeben zu wollen. Er sagte bei einem Nato-Treffen in Ankara, wo über die Situation im Mittelmeer diskutiert wurde: „Die legitimen Rechte der Türkei und der Republik Nordzypern über die Energieressourcen im Ost-Mittelmeer sind nicht diskutabel.“ Eine Entspannung des Konflikts ist wohl nicht in Aussicht.

toh

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Source:: Business Insider.de

      

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