Gloria Steinem: Vom Undercover-Playboy-Bunny zur Feminismus-Ikone

Kultur

„Im Feminismus ging es nie darum, einer einzelnen Frau einen Job zu verschaffen. Es geht darum, das Leben für Frauen überall fairer zu machen.“ – Es ist eine von vielen starken Ansagen, die Gloria Steinem in ihrem Kampf für die Gleichstellung der Geschlechter sowie für Bürger- und Reproduktionsrechte von Frauen machte. Die US-amerikanische Autorin, Journalistin, Dozentin und Aktivistin wurde dafür ausgiebig geehrt. 2021 wurde sie „als eine der bedeutendsten und ikonischsten Figuren der Frauenrechtsbewegung“ mit dem spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis gewürdigt.

Steinem wurde 1934 in Toledo, Ohio, geboren. Ihre Mutter hatte deutsche Vorfahren und war Journalistin. Ihr Vater war Sohn deutsch-jüdischer und polnisch-jüdischer Auswanderer und fahrender Antiquitätenhändler. Die Eltern trennten sich 1945.

Schon als Kind trug Gloria zum Familienunterhalt bei und unterstützte ihre Mutter, die ihre Karriere für die Familie aufgegeben hatte und an Depressionen litt. Steinems Großmutter, Pauline Perlmutter Steinem, war eine Suffragette und wurde als erste Frau in Ohio in einen Bildungsausschuss gewählt. Von ihren Errungenschaften erfuhr sie nicht etwa von ihrer Familie, sondern aus dem Werk einer feministischen Historikerin. Schließlich studierte sie am Smith College in Northampton, Massachusetts, einem der angesehensten Frauencolleges der Welt.

Belegt ist, dass Steinem von 1958 bis 1962 eine antikommunistische CIA-Tarnorganisation leitete, um die Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Wien 1958 und in Helsinki 1962 zu infiltrieren. Zuerst stritt sie ab, die Geldgeber gekannt zu haben, später sollte sie die CIA-Agenten als „liberal und weitsichtig“ bezeichnen.

Hasen-Geschichte

Aus einem anfänglichen Scherz Steinems entstand eine andere Undercover-Aktion, bei der sie 1963 als Playboy-Häschen im New Yorker Playboy Club arbeitete. Ihre Erfahrungen verarbeitete sie in dem Artikel „A Bunny’s Tale“, Steinem wurde damit schlagartig berühmt. 1985 wurde die Geschichte in einem Doku-Drama mit Kirstie Alley verfilmt.

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1971 gründete sie gemeinsam mit den Politikerinnen Bella Abzug, Shirley Chisholm sowie der Schriftstellerin Betty Friedan den National Women’s Political Caucus.

Zahlreiche weitere Organisationen, Zentren und Stiftungen sollten folgen. Steinem schrieb mehrere Bestseller und arbeitete als Journalistin für das Magazin Esquire oder die New York Times. 1972 gründete sie ihr feministisches Magazin Ms. 

„Wenn Männer menstruieren würden“

Berühmt wurde sie auch für ihren Essay: „If Men Could Menstruate“ (Wenn Männer menstruieren würden) aus dem Jahr 1978. Sie beschreibt darin humorvoll, wie eine Welt aussehen würde, in der nicht Frauen, sondern Männer ihre monatliche Blutung haben – und wie sehr Männer sich darin gegenseitig unterstützen würden.

2013 verlieh ihr US-Präsident Barack Obama die „Presidential Medal of Freedom“, die höchste zivile Auszeichnung der USA. Ihr Leben wurde mehrmals verfilmt.

Hippes Gesicht des Feminismus

Mit ihrem charakteristischen langen Haaren mit blonden Strähnen und ihrer Pilotenbrille war Steinem das glamouröse, hippe Symbol des Feminismus, der ihrer Meinung nach Frauen jeder Hautfarbe einbeziehen sollte. „Wenn man selbst Diskriminierung erlebt hat, ist man dafür auf jeder Ebene sensibel. Ich habe den Feminismus größtenteils von schwarzen Frauen gelernt“, sagte sie dem New Yorker. Fälschlicherweise zugeschrieben wurde ihr das berühmte Zitat „A woman without a man is like a fish without a bicycle.“ Es wurde zwar von ihr populär gemacht, sie gab aber öffentlich zu, dass es von ihrer australischen Kollegin Irina Dunn stammte.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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