
Der KHM-Museumsverband stellt zwei zentrale Sammlungsbereiche personell neu auf: Rudi Risatti übernimmt die wissenschaftliche Direktion des Theatermuseums. Katja Schmitz-von Ledebur wird künftig zusätzlich zu ihrer bisherigen Verantwortung für die Kunstkammer und die Kaiserliche Schatzkammer auch die Hofjagd- und Rüstkammer leiten. Das gab der KHM-Verband am Freitag per Aussendung bekannt.
Beide Personalia sind „Hausbesetzungen“, sie speisen sich aus dem bestehenden Mitarbeiterinnenstab des Museumsverbandes. Der Bestellung von Rudi Risatti ging laut Aussendung allerdings ein strukturiertes, mit einer öffentlichen Ausschreibung verbundenes Auswahlverfahren voraus. Eine Auswahlkommission, bestehend aus Matti Bunzl, Direktor des Wien Museums, Bettina Steinbrügge, Generaldirektorin des MUDAM Luxembourg und KHM-Generaldirektor Jonathan Fine setzte sich intensiv mit 44 Bewerberinnen und Bewerbern (30 Frauen und 14 Männer) auseinander, hieß es.
Das Theatermuseum, dessen Gebäude sich derzeit im Umbau befindet und im Dezember mit der Sonderschau „Bernini-Malerei und Marmor“ wieder eröffnen wird, wurde zuletzt von Franz Pichhorner interimistisch geleitet. Er übernahm, nachdem sich die erst 2022 angetretene Marie-Theres Arnbom 2024 überraschend zurückgezogen hatte, um sich wieder verstärkt der Wissenschaft zu widmen.
Risatti, 1984 in Südtirol geboren, ist Kurator für Handzeichnungen und Modelle im Theatermuseum. Er kennt das Theatermuseum, seine Sammlung und sein wissenschaftliches wie künstlerisches Potenzial seit vielen Jahren und war zuletzt auch in Projekten zur Digitalisierung des Bestandes engagiert. Mit seiner Bestellung verbinde der KHM-Museumsverband das Ziel, das Theatermuseum programmatisch weiterzuentwickeln, und es noch stärker in der österreichischen und internationalen Museums- und Theaterlandschaft zu positionieren, heißt es in der Aussendung.
Schmitz-von Ledebur wird Direktorin der Hofjagd- und Rüstkammer
Katja Schmitz-von Ledebur ist ausgewiesene Fachexpertin für Tapisserien und Textilien der frühen Neuzeit – in dieser Funktion verantwortete sie etwa die denkwürdige Ausstellung „Fäden der Macht“ im KHM 2015. Zusätzlich zu ihrer Funktion als Direktorin der Kunstkammer und der Kaiserlichen Schatzkammer, übernimmt sie nun zusätzlich die Leitung der Hofjagd- und Rüstkammer. In diesen Sammlungen sind viele derselben Künstler*innen und Kunstzentren vertreten, außerdem verfügen die Sammlungen über eine lange gemeinsame Geschichte.
Lange Zeit war der Experte Stefan Krause für die Sammlung verantwortlich und entwickelte zeitgemäße Zugänge, auch hier blieb die Schau „Iron Men – Mode in Stahl“ (2022) in Erinnerung. 2024 wechselte Krause aber an das Metropolitan Museum in New York, das die profilierteste einschlägige Sammlung jenseits des Atlantiks besitzt.
Die Neubesetzung oblag nun Jonathan Fine, der seinen Posten im Jänner 2025 antrat. Er beschloss, die Verantwortung an Schmitz-von Ledebur zu übertragen, eine Ausschreibung sei dafür nicht notwendig, hieß es auf KURIER-Nachfrage. „Durch die gemeinsame Leitung dieser weltführenden, weiterhin separaten Sammlungen schaffe das Kunsthistorische Museum neue inhaltliche Synergien und steigert ihre internationale Sichtbarkeit“, ließ das Museum wissen.
Source:: Kurier.at – Kultur



