Salzburger Festspiele 2026: Außergewöhnlich gut – mit dieser Einschränkung

Kultur

Waren es die ersten Salzburger Festspiele nach der Intendanz von Markus Hinterhäuser? Nein, dafür war er in Salzburg zu präsent, nicht nur als Pianist. 

Waren es die letzten von Hinterhäuser, also noch vollständig von ihm geplant? Schon viel eher, obwohl die Abwicklung in den Händen von Karin Bergmann lag. 

Was auch immer die Salzburger Festspiele 2026 waren – am ehesten ein „Zwischenreich“, ähnlich wie bei „Ariadne auf Naxos“ –, sie waren besonders gut. Daraus jedoch Schlüsse für die Zukunft abzuleiten (ein Intendant plant, ein anderer organisiert, ein dritter steht ante portas) ist leider unmöglich. Das KURIER-Resümee über Oper und Theater:

Resümee Oper

In der Oper, dem eigentlichen Kerngeschäft des Intendanten, gab es neben (bejubelten) konzertanten Aufführungen wie „Passion“ von Pascal Dusapin, „Lucio Silla“ von Mozart, „Werther“ von Jules Massenet sowie „Prinz von Homburg“ von Hans Werner Henze gleich mehrere szenische Kaliber.

Gleich anfangs Georges Bizets „Carmen“ mit Teodor Currentzis am Pult seines Utopia Orchesters und mit dem Rollendebüt von Asmik Grigorian. Dieses verlief sängerisch fabelhaft, wenngleich die Starsopranistin darstellerisch keine Carmen sein durfte. 

Regisseurin Gabriela Carrizo („Peeping Tom“) reduzierte in ihrer extrem dunklen Inszenierung die Protagonistinnen auf Alltagsfiguren (ein Femizid könnte jede Frau treffen), Tänzerinnen stellten deren Seelenzustände und Ängste dar. Durchaus problematisch gestaltete sich die Fassung ohne Dialoge, die die dramaturgisch so geniale Oper zu Stückwerk machte.

Dass die Verlegung des Salzburg-Hausheiligenduos Strauss/Hofmannsthal auf den Mars eher polarisieren würde, wird bei der „Ariadne“ niemanden überrascht haben. Aber der am Schluss brutal ausgebuhte Ersan Mondtag hat allen, die über diesen vermeintlichen Frevel hinwegzudenken vermochten, eine brennende Frage gestellt: Was wird von der Kunst bleiben, wenn die Problemmilliardäre die Welt beherrschen? Musikalisch – Wiener Philharmoniker unter Manfred Honeck – hörenswert.

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In Erinnerung bleiben aber wird Olivier Messiaens Mammutwerk „Saint François d’Assise“: Eine Sechs-Stunden-Meditation über Glaubensfragen, dazu das schönstvertonte Vogelzwitschern – ein großer Festspiel-Wurf, Jubel für Maxime Pascal und Romeo Castellucci.

Ein einhelliger Erfolg wurde auch Mozarts „Così fan tutte“ mit Joana Mallwitz am Pult der Wiener Philharmoniker und mit einem erstklassigen Sängerensemble. Als die Inszenierung von Christof Loy vor 18 Jahren erstmals in Frankfurt zu sehen war, war übrigens noch Jürgen Flimm Intendant in Salzburg.

Resümee Theater: Bergmann hat Hinterhäuser gut beraten

Der Rausschmiss von Marina Davydova als Theaterleiterin hatte Folgen: Intendant Markus Hinterhäuser musste, um die schließlich einvernehmliche Lösung kostenneutral zu gestalten, zusätzlich zur Oper auch das Schauspiel konzipieren. Dass er auch dies kann, hatte er bereits handstreichartig bewiesen: indem er Robert Carson mit einem neuen „Jedermann“ beauftragte.

Eine grandiose Produktion. Sie zeigte allerdings im dritten Sommer doch Abnützungserscheinungen, und Roxane Duran konnte an der Seite von Draufgänger Philipp Hochmair kaum vermitteln, warum der reiche Schnösel sie zu seiner Buhlschaft auserkoren hatte. Aber die Geldmaschine schnurrte.

Trotz des „Jedermann“-Coups (im Jahr 2024) brauchte Hinterhäuser aber doch ein paar Ezzes. Und die bekam er von Karin Bergmann, die im benachbarten Gmunden zeigte, was sie als Manager-Pensionistin aufzustellen vermag.

So kam es einerseits zu Querelen mit dem Kuratorium. Nicht, weil Hinterhäuser die angesehene Ex-Burgtheater-Direktorin zur Schauspielchefin machen wollte, sondern wie. Und andererseits zu einem Programm, das der Form nach Großes versprach: mit Uraufführungen der beiden Literaturnobelpreisträger …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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