Frauenfußball: Spaniens Verband hilft beim Eizellen-Einfrieren

Sport

Die Jahre maximaler sportlicher Leistungsfähigkeit sind bei vielen Profisportlerinnen gleichzeitig die biologisch günstigsten Jahre für eine Schwangerschaft. Lange herrschte daher die Vorstellung, ein Kind würde die Profikarriere beenden.

Der spanische Fußballverband RFEF will nun entgegenwirken. Er bereitet derzeit laut eigenen Aussagen eine Vereinbarung mit einer Fertilitätsklinik vor, um Spielerinnen dabei zu unterstützen, Eizellen einzufrieren („Social Egg Freezing“). Sie sollen die Möglichkeit haben, die Mutterschaft zu verzögern – bis nach den aktiven Jahren im Profisport.

Social Egg Freezing ist in Spanien legal. Viele Eckpunkte des RFEF-Plans sind allerdings noch unklar – etwa finanzielle oder medizinische Fragen, oder wie der Eingriff mit Trainings- und Wettkampfkalendern koordiniert wird. Außerdem gibt es noch Forschungslücken in Kombination mit Spitzensport und offene antidopingrechtliche Fragen.

Immer größeres Thema

Der Vorstoß kam auf Initiative von Spielerinnen. Die Spielerinnengewerkschaft FUTPRO hat schon länger eine Kooperation mit einer Fertilitätsklinik. Die RFEF ist zwar der erste Verband, der zu dem Thema plant, doch das Thema Fertilität ist im Spitzenfußball der Frauen ein immer größeres Thema.

Als Vorreiter gilt der US-Frauenfußballklub Racing Louisville. Dort gab es bereits seit 2021 Unterstützung beim Social Egg Freezing.

Der FC Chelsea hat vor ein paar Wochen aufhorchen lassen: Der Klub aus England hat im August 2026 eine Partnerschaft mit einer Londoner Fruchtbarkeitsklinik angekündigt. Angeboten werden Fruchtbarkeitsuntersuchungen, Behandlungen und Beratung.

Putellas: „Brauche den Körper zum Arbeiten“

Die spanische Teamstürmerin und zweimalige Weltfußballerin Alexia Putellas freut sich über den Plan ihres nationalen Verbands. Die 32-Jährige sagte gegenüber El Pais: „Das ist ein enormer Fortschritt. Der Verband versteht, dass man seinem Land dient, aber dabei gegen seine biologische Uhr handelt.“

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Mit der Möglichkeit der eingefrorenen Eizellen müssen die Spielerinnen nicht länger zwischen Spitzensport und Familie entscheiden. „Man kann nicht aufhören, aber man kann auch nicht Mutter werden, weil man seinen Körper zum Arbeiten braucht“, sagt Putellas.

Kritik an dem Plan

Das ist aber auch der große Kritikpunkt. Nicht alle Sportlerinnen stehen dem Vorstoß nur positiv gegenüber. Die spanische Leichtathletin Ana Peleteiro etwa stellt die Möglichkeit der späteren Mutterschaft einer anderen Frage gegenüber: „Warum schaffen wir es nicht, die Arbeitsbedingungen so zu verändern, dass Sportlerinnen die Familienplanung nicht auf die lange Bank schieben müssen?“ Sie fordert arbeitsrechtlichen Schutz während der Schwangerschaft, bessere Chancen für eine Rückkehr und Kinderbetreuung.

Auch in diesem Bereich kommt der Ball langsam ins Rollen. Etwa im Tennis oder im Frauenfußball, wo Kinderbetreuung, Stillräume oder Mutterschutz (langsam) zur Realität werden.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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