
Der Cup schreibt seine eigenen Geschichten. In sportlicher Hinsicht wird diese Floskel häufig verwendet. Am Freitag (18.30) passt sie allerdings auch abseits des Platzes bestens, wenn Bundesligist Altach in der zweiten Runde vom ÖFB-Cup auf den SK Bischofshofen trifft.
Denn anders als im Pokal üblich treten die Vorarlberger nicht auf dem Platz des unterklassigen Vereins an, sondern tragen ein Heimspiel in der Cashpoint-Arena aus. Der Grund: Bischofshofen hat seit 1. Juli keine Spielstätte.
ÖFB-Cup: Bischofshofen hat keine Spielstätte
Im Frühjahr 2025 kündigte die Gemeinde Bischofshofen dem Verein BSK 1933 per Gemeinderatsbeschluss die Nutzungsvereinbarung für die Spielstätte im Ort per Ende Juni 2026. Bürgermeister Hansjörg Obinger (ÖVP) gefiel demnach insbesondere die Rolle von Patrick Reiter nicht.
Dieser hat zwar keine offizielle Vereinsfunktion, durch eine Generalvollmacht aber faktisch das Sagen. Zudem soll man auch mit der Nachwuchsarbeit nicht zufrieden gewesen sein, wurde zu viel auf Legionäre gesetzt.
Für die Verantwortlichen des BSK ist der Schritt nicht nachvollziehbar. Der Fall ging vor Gericht. Nachdem es allerdings auch in zweiter Instanz eine Absage für den BSK setzte, wanderte der Fall zum Rechtsmittelsenat des ÖFB. Eine Entscheidung steht noch aus.
Skiklub sprang in die Bresche
Um den Fußball in Bischofshofen am Leben zu erhalten, sprang der Skiklub der Stadt ein und bewarb sich für eine Nutzung des Sportplatzes. In einer geheimen Wahl setzte sich dieser in der Gemeindevertretung mit 20 zu drei Stimmen durch.
Unter dem Dach des Skiklubs entstand in der Folge eine Fußballsektion. Innerhalb weniger Wochen wurde eine komplett neue Mannschaft aufgestellt, die ganz unten in der 2. Klasse an den Start geht.
Bischofshofen gehen Spieler aus
Für den BSK hat die fehlende Spielstätte Folgen. Weil dem Verein eine Ausweichmöglichkeit fehlt, bekam der Klub keine Zulassung für die Regionalliga Nord. Aufgrund der sportlichen Leistung in der vergangenen Spielzeit (6. Platz in der Regionalliga West) nannte der Salzburger Fußballverband den Verein jedoch für den ÖFB-Cup.
Dort besiegte man in der ersten Runde überraschend Union Dietach. „Überraschend“ nicht, weil die Oberösterreicher ein übermächtiger Gegner sind, sondern weil es dem BSK an Spielern fehlt. Und die Personalsituation ist seither nicht besser geworden. Erneut sollen Akteure den Verein verlassen haben. Wie viele Spieler schlussendlich nach Vorarlberg reisen, ist unklar.
Ein Pflichtspiel wurde seit dem Pokalspiel nicht bestritten. Der Aufstieg scheint für Altach nur Formsache. Für den BSK geht es nach dem Spiel damit vorerst nicht auf dem Fußballplatz, sondern nur vor Gericht weiter.
Source:: Kurier.at – Sport



