Kulturregelungen: So locker wie in Österreich sind sie anderswo nicht

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International werden teils nur Geimpfte zu Veranstaltungen zugelassen oder die Besucherzahlen eingeschränkt.

Nach dem Corona-Fall bei den Salzburger Festspielen herrschte Staunen darüber, dass dort kaum jemand im Publikum Maske trug. Das Staunen ist nicht angebracht: Denn seit 2. Juli ist hierzulande verordnet, dass dort, wo 3-G kontrolliert wird, Veranstaltungen ohne Einschränkungen stattfinden können. Nicht nur die deutschen Besucher finden das ungewöhnlich.

Personalisierte Karten

Kein Abstand, keine Maske, keine Besucher-Höchstgrenze: Die Salzburger und Bregenzer Festspiele, ImPulsTanz und (bald wieder) Festwochen in Wien und weitere Festivals können auch ihre Indoor-Angebote regulär veranstalten. Personalisierte Karten sollen im Ernstfall, wie jetzt in Salzburg, die Kontaktverfolgung ermöglichen.

Eigentlich wäre auch das Frequency Festival in St. Pölten erlaubt gewesen – 50.000 Besucher am Gelände waren den lokalen Behörden aber zu viel.

Halbbesetztes Bayreuth

In Deutschland hingegen gibt es bei Veranstaltungen weit stärkere Einschränkungen. So dürfen etwa kommende Woche ins Bayreuther Festspielhaus nur 911 Besucher, das ist die Hälfte der üblichen Zahl. Auch hier gilt 3–G, Ausweispflicht und personalisiertes Ticket. Gäste sollen für den Eincheckprozess eine Stunde vor Beginn am Gelände sein. Während der gesamten Vorstellung muss FFP2-Maske getragen werden. Und, vielleicht besonders schwierig: Es wird wegen Corona keinen Sitzpolsterverleih geben (die Sitze in Bayreuth sind notorisch hart); man darf auch keine eigenen mitbringen. Ähnliche Bedingungen, abseits der Polster, herrschen in anderen deutschen Bundesländern.

Nur Geimpfte in bestimmten Shows

Am Broadway – wo noch fast alle Theater geschlossen sind – ist es noch strenger. Etwa für die jüngsten Vorstellungen von Bruce Springsteens Broadway-Show oder auch für „Pass Over“ im Lincoln Center wird nur geimpftes Publikum zugelassen – und das muss bis zum Sitzplatz Maske tragen. Das könnte, schreibt der Branchenblog Deadline, Präjudiz für den September sein, wenn mehr Shows an die berühmte Konzertmeile zurückehren und auch die Metropolitan Opera wieder eröffnet (wenn auch verspätet, die ersten Produktionen sind schon verschoben).

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APA/AFP/ANGELA WEISS / ANGELA WEISSSpringsteen am Broadway

Relativ viel Freiheit beim Jazz

In Montreux waren beim Jazzfestival für das gesamte Gelände höchstens 1470 Besucherinnen und Besucher pro Tag zugelassen, statt 15.000 Personen wie in normalen Jahren. Maske musste nur bei Bewegungen in geschlossenen Räumen getragen werden.

In England alles anders

Keine Beschränkungen gibt es seit dem gestrigen „Freedom Day“ in Großbritannien. Was aber nicht heißt, dass es in der Kultur gut läuft: Andrew Lloyd Webber hat den für diese Woche geplanten Start seines neuen Musicals „Cinderella“ in London abgesagt. Grund sei ein positiver Coronavirus-Fall bei einem Statisten, der am vergangenen Wochenende festgestellt wurde. Für den Komponisten („Cats“), der sich als vehementer Kämpfer gegen Coronamaßnahmenverlängerung positioniert hatte, sei der „Freedom Day“ nun zum „Closure Day“ (Tag der Schließung) geworden, erklärte Webber.

APA/AFP/ROBYN BECK / ROBYN BECKAndrew Loyd Webber ist unzufrieden

Obwohl alle Kontaktpersonen innerhalb des Ensembles daraufhin negativ getestet worden seien, müssten sie nun in Selbstisolation. Die Entscheidung, die wegen des „groben Instruments“ der Regierung in Form der Regeln zur Selbstisolation habe getroffen werden müsse, werde die „Leben und Lebensunterhalte“ Hunderter Menschen betreffen und Tausende enttäuschen, die bereits Tickets für die Show gekauft hätten, so der Komponist weiter.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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