Neue Serie „Sheep“: „Für ein Schaf ist das ganze Set Catering“

Kultur

Ganz zufällig ist es nicht, dass ausgerechnet Schafe im Fokus der Serie von Leni Gruber und Alex Reinberg stehen. Denn Reinberg hatte da so eine Vorgeschichte mit einem Schaf in seiner Kindheit: „Als ich ein kleiner Bub war, sind meine Eltern oft mit mir in die Steiermark gefahren. Da gab es ein befreundetes Ehepaar, das einen Schafhof hatte. Und ich durfte einen Sommer lang ein Flaschenlamm, den Toni, großziehen, also ihm die Milch geben. Ein Jahr später waren wir wieder da. Die hatten eine Gastwirtschaft. Und ich frage, wie geht’s denn dem Toni jetzt? Betretenes Schweigen. Und ich schaue auf das Schaf-Bratl auf meinem Teller runter und merke zum ersten Mal: Aha, so funktioniert das mit der Fleischerzeugung!“

In der Serie „Sheep“ merkt nun ein Mitglied der Herde, Oliver, dass der bisher als Heilsgestalt verehrte Obermoser, für den man extra via blauem Spraystrich erwählt werden muss, eigentlich Schlachter, also ein Mörder ist. Das glauben ihm aber die verblendeten Rest-Schafe erst mal nicht. Die denken immer noch, dort geht das Leben erst so richtig los mit Selbstverwirklichung und Boulder-Trainerausbildung. Nicht mal der früher rebellische Manfred lässt sich auf Olivers Seite ziehen.

Luftpumpn

Also tut sich Oliver mit Hans zusammen, der ein veritables Prepperschaf ist. Und etwas eingeschränkt im Wortschatz. Er sagt immer nur: „Luftpumpn.“ Was es damit auf sich hat, ist einer der Schreckmomente in dieser einerseits sehr lustigen, andererseits drastisch tragischen Serie. „Wir wollten eine Serie machen, die das Schicksal sehr ernst nimmt, aber mit humoristischem Einschlag“, sagt Leni Gruber. „Es ist eine Balance aus sehr existenziellen Themen und Komik, weil Humor auch ein super Kanalisator ist, um Dinge zu verarbeiten und zu verhandeln.“

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Trotz der sehr österreichischen Anmutung hat das ZDF bei „Sheep“ als Produzent zugegriffen, erzählt Gruber: „Die Redaktion vom ,Kleinen Fernsehspiel‘ hat sich auf die Fahne geheftet, dass Autorinnen und Nachwuchsregiepersonen künstlerische Freiheit haben, damit man seine eigene Handschrift entwickeln kann. Wir waren megahappy, dass das unsere erste Erfahrung für ein TV-Projekt war.“

Selbstironie

Ein Teil des Kultfaktors der Serie ist, dass die Schafsstimmen, die nebenbei gesagt die besten Dialoge, die man seit Langem im ORF gehört hat, sprechen, große Namen haben wie Birgit Minichmayr oder – mit einer ordentlichen Portion Selbstironie – Roland Düringer als esoterischer Manfred.

Michael Ostrowski, erzählt Reinberg, hat als Luftpumpn-Hans nicht viel Text und dachte, die Aufnahmen wären in einer halben Stunde erledigt: „Er hat sich aber dann so reingesteigert in dieses eine Wort, dass es sechs Stunden geworden sind.“

Die wahre Herausforderung aber war der Dreh mit den tierischen Schauspielerinnen und Schauspielern. Da arbeiteten sie eng mit Tiertrainerin und Tierärztin Katja Hawliczek (sie hat etwa auch schon Hühner und Kaninchen auf die Burgtheaterbühne gebracht) zusammen. Die Schafe sind zum einen Flaschenlämmer, die sie selbst großgezogen hat und die deshalb eine enge Beziehung zu ihr haben. Als „Komparsen“ fungierte aber auch eine Therapieschafherde aus Niederösterreich: „Die waren Menschen auch schon sehr gewohnt“, erzählt Reinberg. „Die waren wirklich extrem gechillt. Was dazu geführt hat, dass wir auch extrem gechillt wurden. Denn sobald irgendein Funken in der Luft war, haben die das …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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