Handball-Spitze im Gespräch: Erfahrene Teamspieler, guter Nachwuchs, wenig Hallen

Sport

Auf und Abs prägten Österreichs Handball 2026. Ein Jahr, das aber noch lange nicht vorbei ist. Und das zukunftsweisend ist.

Vergessen ist die EM der Männer. Österreich verpasste im Jänner in einer Monstergruppe knapp den Aufstieg in die Hauptrunde. Und in der Quali gegen Polen verpasste man den Sprung zur WM. „Es war die knappeste aller Entscheidungen. Die Analyse hat klar ergeben, dass wir körperlich in zwei Partien nicht in der besten Verfassung waren, es gab auch viele Verletzungen“, sagt Patrick Fölser, Sportdirektor des Österreichischen Handball-Bundes, der gemeinsam mit Frauen-Teamchefin Monique Tijsterman einen positiven Blick nach vorne richtet.

Und dieser Blick fällt vor allem auf die EM, Österreichs Frauen spielen im Dezember in Brünn in einer Gruppe mit den Niederlanden, Tschechien und Kroatien. „Wir sind nun zum vierten Mal in Folge bei einer großen Endrunde dabei. Ich glaube, die Mädels haben jetzt etwas mehr Erfahrung, und es ist gut, dass wir wieder in einem großen Turnier sind“, sagt Tijsterman.

Gegen die Heimat

Dass wie schon bei der WM 2025, wo die Österreicherinnen den Sprung in die Hauptrunde schafften, Tijstermans niederländische Landsfrauen Gegnerinnen sind, ist etwas Besonderes. „Ich habe viele von den Mädels trainiert, in der Akademie in Hamburg, aber auch als ich Interim-Teamchefin von den Niederländern war. Natürlich kenne ich alle Spielerinnen sehr gut, wir haben bei der WM eine gute Halbzeit gegen sie gespielt und wollen dieses Mal zwei gute Hälften spielen.“

 Gegen die Niederlande setzte es die einzige Niederlage in der Vorrunde. Und die anderen Gegnerinnen? „Wir haben dasselbe Niveau wie sie, stellen ebenfalls schon viele Spielerinnen in der Champions League.“ Zunächst geht es am Donnerstag und Samstag in Tulln gegen die Färöer. „Der ideale Aufbaugegner“, sagt Tijsterman.

  Wiener Sport-Club will nach Sieg im Topspiel „ganz nach oben“

Für die Männer startet am 4. November in Graz die EM-Qualifikation gegen die Türkei. „Teamchef Iker Romero und seine Mannschaft sind voller Vorfreude, Ziel ist es, mit zwei Siegen in die Quali zu starten.“

Erfolgreicher Nachwuchs

Auch was die fernere Zukunft betrifft, sind große Hoffnungen berechtigt. „Österreichs Nachwuchsteams sind sehr erfolgreich, wir investieren sehr viel, um die nächste Generation heranzuführen und in die Nationalteams zu bringen“, sagt Fölser. Dass es bald wieder Heim-Endrunden (Männer 2020, Frauen 2024) geben wird, bezweifelt der langjährige Teamspieler aber. „Mittlerweile sind die Auflagen so hoch, dass wir einfach keine geeignete Infrastruktur mehr vorfinden. Wir sind froh, dass es die Sport Arena gibt. Aber letztlich gibt es auch für unseren Sport zu wenig Hallen für den Spitzen-, als auch für den Breitensport.“

Einen richtigen Handball-Boom kann es wieder geben. „Als wir 2020 bei der Heim-EM Achter wurden, gab es diesen. Ehe uns Corona zurückwarf“, sagt Fölser.

…read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.