Resch&Frisch-Chef: „Bevor ich im Ausland produziere, sperre ich lieber zu“

Wirtschaft

Georg Resch, Chef des traditionsreichen oberösterreichischen Backwarenherstellers Resch&Frisch, über neue Allianzen, Brot mit Vornamen und warum er lieber zusperrt, als ins Ausland abzuwandern.

KURIER: Sie schließen eine Vertriebspartnerschaft mit dem Gastrogroßhändler Transgourmet. Was ist das Ziel?

Georg Resch: Wir wollen zusätzliche Kundensegmente erschließen und so die Marktdurchdringung am österreichischen Gastromarkt erhöhen. Ich denke, da gibt es für beide Partner Synergien.

Ist das Gastronomiegeschäft ein Wachstumsfeld?

Ja, wir sind sehr zufrieden mit dem Gastronomiegeschäft heuer, auch weil der Tourismus so gut läuft.

Ihre Fertigpizzen gibt es ja in vielen Pizzerien an der oberen Adria. Ein wichtiger Markt?

Ja, die meisten unserer Pizzen verkaufen wir tatsächlich in Italien.

Sie kooperieren seit Kurzem auch mit der Premium-Bio-Bäckerei Joseph Brot. Wie kam es dazu?

Wir sind bei einem Gespräch draufgekommen, dass wir gar nicht so verschieden ticken, und haben uns kurzerhand entschlossen, etwas gemeinsam zu machen. Es geht uns darum, alte, regionale Getreidesorten wieder populärer zu machen. Angesichts der wirtschaftlichen Lage in der Branche sind Kooperationen ein Gebot der Stunde. Der Brotneid von früher scheint überwunden. Warum sich die Köpfe einhauen, wenn man gemeinsam viel mehr erreichen kann.

Die Bioweckerl zum Aufbacken gibt es seit einem Monat. Wie läuft es bisher?

Sensationell. Der Absatz liegt etwa 50 Prozent über unseren Erwartungen, besonders in Ostösterreich.

Sind die Kunden qualitätsbewusster geworden?

Man schätzt Qualität und Identität mehr. Es geht aber auch die Schere weiter auf. Viele müssen sparen und kaufen eine 40-Cent-Semmel im Supermarkt.

Brot braucht offenbar einen Namen. Was hat es mit dem Pepi-Laib auf sich?

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Wir haben auch Eigenmarken eingeführt wie die Von-Resch-Linie mit dem Pepi-Laib als Hommage an meinen Vater. Er wird ähnlich wie das Joseph Brot mit Roggen-Sauerteig, viel Handwerk und Gewürzen produziert, die mein Vater geliebt hat.

Sie haben auch bei glutenfreien Backwaren nachgerüstet. Wie läuft die Schiene?

Wir haben viel Geld in eine glutenfreie Backstube investiert, um die Kapazitäten auszubauen, und verzeichnen tolle Zuwachsraten, vor allem am deutschen Markt.

Die Lebensmittelproduktion ist sehr energieintensiv. Was tun Sie, um die Energiekosten zu senken?

Es gibt an mehreren Standorten Photovoltaik-Anlagen, und wir setzen verstärkt auf Wärmerückgewinnung. Mit der Wärme, die die Kühlanlagen abgeben, heizen wir das Gebäude. Derzeit investieren wir gerade eine Million Euro in ein neues Kühllager, um die Kapazitäten zu erweitern. Hier achten wir auf geringeren Stromverbrauch und effizientere Prozesse.

Resch&Frisch betreibt 22 eigene Bäckerei-Filialen, wie geht es hier weiter?

Das Filialgeschäft macht etwa fünf bis sieben Prozent unseres Umsatzes aus, ist aber Tradition und unser Gesicht nach außen, vor allem in Oberösterreich. Wir konsolidieren hier aber wegen des Personalmangels und wachsender Konkurrenz durch den Lebensmittelhandel.

Sie beschäftigten 1.300 Mitarbeiter. Wie schwer ist es, Fachkräfte zu finden?

Die Lage hat sich zwar etwas gebessert, im Großraum Wels ist die Konkurrenz aber sehr stark. Wir bilden selbst Nachwuchs aus und investieren viel in die Lehrlingsausbildung, derzeit sind es 45 Jugendliche. Lehrlinge können bei uns bis in Führungspositionen aufsteigen.

Es gibt viel Kritik an den hohen Lohnkosten in Österreich. Wie sehen Sie das?

Die Wettbewerbsfähigkeit leidet natürlich darunter, das sieht man ja an den Abwanderungen in der Industrie. Wir wollen nicht abwandern, könnten das auch gar nicht. Unsere Standortkosten müssen niedriger werden, da braucht es dringend …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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