
Frankreich wird seit dem Wochenende von schweren, teils gewaltsamen Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten und den Abbau öffentlicher Dienstleistungen erschüttert. Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei, legten Feuer, schlugen Schaufenster ein, beschädigten öffentliche Gebäude und plünderten zahlreiche Geschäfte.
Mehr als 2.400 Personen wurden bis dato festgenommen, rund 1.000 Polizisten und Beamte verletzt. Mehrere größere Städte wie Paris, Lille und Nizza verhängten Ausgangssperren.
Tausende Geschäfte geplündert
Mindestens 3.000 Geschäfte wurden laut dem französischen Handelsminister Serge Papin beschädigt oder geplündert, darunter auch Filialen von Luxusmarken und Kosmetikhändlern.
In den Tagen darauf tauchten auf Online-Verkaufsplattformen und in sozialen Netzwerken ungewöhnlich günstige Angebote für Parfums, Kosmetikartikel und Designerwaren auf.
Vinted verschärft Kontrollen
Die Secondhand-Plattform Vinted reagierte darauf mit verschärften Kontrollen. Das Unternehmen teilte mit, seit dem Wochenende verdächtige Angebote identifiziert und entfernt zu haben. „Der Verkauf gestohlener Waren oder die Aufforderung dazu ist auf Vinted strikt verboten, und wir verfolgen dies mit Nulltoleranz“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Konten, die gegen die Regeln verstoßen, könnten dauerhaft gesperrt werden.
Handelsminister Papin kündigte Gespräche mit Betreibern von Online-Marktplätzen sowie Vertretern des Innen- und Justizministeriums an. Ziel sei es, gegen den Verkauf mutmaßlich gestohlener Waren im Internet vorzugehen. Zu dem Treffen wurden unter anderem Vinted, Amazon, eBay und TikTok eingeladen.
Nach Angaben von Vinted arbeitet die Plattform bereits mit den französischen Behörden und Strafverfolgern zusammen. Die Kontrollmechanismen sollen weiter angepasst werden, um verdächtige Angebote und missbräuchliches Verhalten rascher zu erkennen.
Source:: Kurier.at – Politik



