
Zuletzt hatte man selbst finanzielle Schwierigkeiten avisiert, nun ist die Insolvenz fix: Der 1948 gegründete Österreichische Buchklub der Jugend, der sich jahrzehntelang der Leseförderung in Österreich verschrieben hatte, ist insolvent. Das vermeldet der Kreditschutzverband KSV1870. So wurde am Mittwoch das Konkursverfahren am Handelsgericht Wien über den im Bezirk Favoriten ansässigen Verein eröffnet. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für 19. Oktober angesetzt.
Betroffen sind demnach elf Dienstnehmer respektive 23 Gläubiger, wobei sich die Höhe der Passiva auf 186.000 Euro beläuft. Als Grund für die Insolvenz werden vom Buchklub selbst ein Rückgang bei den Mitglieder- und Abozahlen genannt sowie rückläufige Förderungen. Noch am 23. April hatte man am Welttag des Buches gemeinsam mit der IG Autorinnen Autoren und dem Österreichischen Schriftsteller/innen-Verband zur Kunstaktion „Laut für das Lesen“ am Ballhausplatz aufgerufen, um auf die prekäre finanzielle Situation aufmerksam zu machen. 300.000 Euro zusätzlicher Basisfinanzierung hatte man damals eingemahnt.
Keine Informationen über etwaige Sanierung
„Derzeit liegen uns keine Informationen über eine geplante Sanierung des Unternehmens vor. Die Insolvenzverwalterin wird nunmehr zu prüfen haben, ob ein zumindest vorläufiger Fortbetrieb des Unternehmens möglich ist oder die Schließung des Unternehmens zu veranlassen ist“, so Alexander Greifeneder vom KSV1870.
Der Buchklub hat nach eigenen Angaben jährlich rund 400.000 Kinder erreicht und Literatur in die Klassenzimmer gebracht. „Er bietet Orientierung in einem unübersichtlichen Kinder- und Jugendbuchmarkt von rund 7.500 Neuerscheinungen pro Jahr und wählt gezielt jene Titel aus, die sich besonders für den Unterricht eignen“, heißt es in der Tätigkeitsbeschreibung. „Niederschwellige Angebote zur Leseförderung würden insbesondere für jene Kinder fehlen, die erst Zugang zum Lesen finden.“
Source:: Kurier.at – Kultur



