Olga Torkarczuk: Meisterin der Ambivalenz

Kultur

Eine Situation wie aus einem Roman von Olga Tokarczuk: Olga Tokarczuk, natürlich unterwegs, muss erst einmal rechts ranfahren, um im Oktober 2019 die Nachricht entgegenzunehmen, dass sie ab jetzt und für immer die Literaturnobelpreisträgerin für das Jahr 2018 ist.

Olga-Tokarczuk-Figuren sind in Bewegung, nicht nur, aber auch in dem ausschweifenden Mosaikroman „Unrast“ (im vergangenen Jahr mit dem internationalen Man Booker Preis ausgezeichnet). Und ihre Autorin geht von einer solchen Gleichzeitigkeit der Dinge und Möglichkeiten aus, dass es in ihren Büchern zu erstaunlichen Verwebungen kommt. Zeitlichen und auch solchen zwischen Realität und (volkstümlicher) Fantasie – zwei Wörter, die man allerdings künftig wohl grundsätzlich in Anführung setzen muss, wenn eine Literaturnobelpreisträgerin erklären kann: „Ich kann mich nicht erinnern, dieses Buch geschrieben zu haben“ (über „Taghaus, Nachthaus“ von 1998).

Dabei leidet Olga Tokarczuk gewiss nicht unter einer Gedächtnisschwäche. Die Kühnheit, mit der sie in ihren Romanen und Erzählungen für die Desorientierung des Publikums sorgt – eines Publikums, das schon ein Minimum an intellektuellem Wagemut mitbringen sollte –, dient auch nicht der Verschleierung, sondern dem Gegenteil davon: Tokarczuk nimmt die Komplexität der Welt in voller Brutalität, wenngleich literarisch feinsinnig transformiert in ihre Bücher auf. Es ist nicht immer das Einfache, das eine entlarvende Wirkung hat, vielmehr ist es das Einfache, das es zu entlarven gilt. Das geht. Olga Tokarczuk, wie man liest, ist in Polen…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

      

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