Positive Signale für Weißmanns erstes Team: „grundsätzlich qualifiziert“

Kultur

ORF-Direktoren-Riege wird am Donnerstag gewählt. „Erneutes Nachdenken“ bei Programm, Radio und Digital erwünscht

Für den neuen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann ist es die erste Bewährungsprobe: Am Donnerstag stimmt der Stiftungsrat über dessen Direktoren-Riege ab, die 2022 das Ruder im ORF übernimmt. Im Ringen hinter den Kulissen muss der 53-Jährige, der sich als „Teamplayer“ sieht, den Ausgleich finden zwischen dem für ihn Wünschenswerten, dem Machbaren und dem – nicht zuletzt in den Ländern – politisch Möglichen. Es soll über 50 Bewerbungen für die 13 Posten geben. Die Favoriten (siehe unten) zeichnen sich schon ab.

„Ich gehe davon aus, dass Weißmann, wie angekündigt, ein Team präsentiert, dass dem Anspruch, den ORF zukunftsfit zu machen, erfüllt“, sagt ÖVP-Stiftungsrat Thomas Zach. Bei anderen Gremien-Mitgliedern wird es hingegen noch einiger Überzeugungsarbeit bedürfen.

SPÖ-Stiftungsrat Heinz Lederer hatte, angesichts der vielen Herausforderungen für den ORF, im KURIER ein „Einser-Team“ gefordert und meint jetzt: „Die Ansätze dafür sind, wenn die Gerüchte stimmen, gegeben.“ Aber „wo ich mir ein erneutes, tiefgehendes Nachdenken erwarte und in der Folge eine ebensolche Begründung, betrifft die Bereiche Programm und Radio. Das sind die zentralen Themen für den Erfolg des ORF beim Publikum, eine Schicksalsfrage für den Öffentlich-Rechtlichen.“

Lederer plädiert für interne Lösungen: „Mit Programmdirektorin Kathrin Zechner und auch mit ORF2-Channel-Chef Alexander Hofer gibt es die Persönlichkeiten dafür.“ Derzeit wird Puls4-Chefin und Ex-ORF-Mitarbeiterin Stefanie Groiss fürs Programm gehandelt. Als Radio-Direktorin wird ORFIII-Chefredakteurin Ingrid Thurnher genannt.

Fokus

Mit der teilweisen Neubesetzung der Länderstudios steht erneut Weißmanns Strategie der „Verländerung“ zur Diskussion. „Das Auseinanderdividieren in Stadt und Land ist mir zu simpel. Da muss man nachschärfen“, sagt Lederer. Es geht da auch schon um „frisches Geld“, das der für Herbst gesetzlich vorgeschriebene Gebührenantrag von Generaldirektor Alexander Wrabetz bringen soll. Lederer: „Da braucht es dann den Blick dafür, wo die härteste Konkurrenzsituation für den ORF besteht und die meisten Gebührenzahler leben. Ein Fokus muss da also auf Wien liegen, aber auch auf Brands wie ORFIII.“ Beim Kultur- und Infosender warnt er zudem davor, diesen nun wegen einiger offener Führungspositionen als „Ersatzbank“ zu missbrauchen.

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Klarheit

Als „grundsätzlich qualifiziert“ stuft FPÖ-Stiftungsrätin Barbara Nepp die kolportierten Direktorennamen ein. Auch wenn sie sich da und dort andere erhofft hätte. Wichtig sei ihr, „dass endlich der Frauenanteil in ORF-Führungspositionen auf ein zeitgemäßes Maß erhöht wird. Weißmann sei nun auch gefordert, für „Teamspirit über das Direktorium hinaus“ zu sorgen. „Da liegt es auch an ihm, auf unterlegene Mitbewerber zuzugehen.“

Ausdrücklich bedauert Nepp, dass sich ORFIII-Chef Peter Schöber nicht für Wien beworben hat. „Offen ist für mich noch, inwieweit die Digitalisierung – neben dem Programm das Zukunftsthema für den ORF – durch die kommende Führungsriege ausreichend berücksichtigt ist. Da fehlt es mir noch an Klarheit, und ich erwarte mir in dieser Frage auch strukturelle Ergebnisse“, sagt Nepp.

Lothar Lockl, Sprecher der Grünen Stiftungsräte, betont: „Um die Stärke des ORF, seine Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit, sein öffentlich-rechtlicher Programmauftrag, auszubauen, braucht es ein starkes Führungsteam an der Spitze, das eine neue Teamkultur lebt. Es werden in den nächsten Jahren viele schwierige Entscheidungen zu treffen sein.“ Zudem sei ihm wichtig, „dass mehr Frauen als heute im Direktorium und in …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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