So ist der Billie-Eilish-Film von James Cameron: Für Fans

Kultur

„Ich freu mich so sehr, dass Leute, die diese Show nicht sehen konnten, damit die Möglichkeit haben, die Erfahrung doch zu machen“, sagt Billie Eilish über ihren Konzertfilm „Hit Me Hard And Soft“. „Und ganz eigennützig freut es mich, dass ich diese Dokumentation der Tour für immer habe, denn ich war sehr stolz auf diese Show.“

Im Juni 2025 war der 24-jährige Superstar mit „Hit Me Hard And Soft“ in der Wiener Stadthalle zu Gast. Nun ist der Film in den Kinos, der Eilish bei ihren Auftritten ein paar Wochen danach in Manchester begleitet. 

Ursprünglich wollte die Amerikanerin diesmal keine Tour-Doku drehen. Aber der dreifache Oscar-Preisträger und Regisseur von Mega-Blockbustern wie „Titanic“ und „Avatar – Aufbruch nach Pandora“, James Cameron, kontaktierte sie. Er wollte, dass Eilish, die ihre Videos selbst konzipiert, mit ihm Regie führt. Was Eilish aber am meisten überzeugte: Cameron wollte in 3D drehen. „Dadurch bekommt man als Zuseher das Gefühl, dass man direkt dabei ist“, erklärte Eilish in einem Interview mit der Zeitschrift Elle. 

Über weite Strecken gelingt dem Duo mit dem Film eine gute Annäherung an ein Konzerterlebnis. Vor allem die von Cameron eigens dafür entwickelte 3D-Hand-Kamera sorgt für viele Gänsehautmomente. Man sieht Eilish wie sie mit dieser Kamera im Selfie-Modus wie wild über die riesige, offene  Bühne sprintet, von einem ihrer Musiker zu nächsten schwenkt und zwischen den Sektionen der Show unter dem Bühnengerüst herumläuft und mit den dort arbeitenden Roadies herumalbert.

Auch wenn die Kameras für die Close-ups scheinbar neben Eilish auf der Bühne stehen (sie standen auf den Rängen, auch dafür entwickelte Cameron neue Technik), wenn es am Schluss Konfetti regnet oder man sieht, wie Eilish am Beginn in ihren LED-Käfig klettert und dort auf den Startschuss wartet, ist 3D ein Mehrwert. 

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Es gibt aber auch immer wieder Szenen, die irritieren. Zum Beispiel, wenn Cameron aus dem Publikum filmt, plötzlich ein Fan ein Handy hochreißt, das einem dann gefühlt zehn Zentimeter und komplett unscharf vor der Nase herumtanzt. Oder, wenn Eilish das Mikrofon in einem gewissen Winkel zur Kamera hält, wodurch es meterlang und ebenfalls bis zur eigenen Nase reichend erscheint.

Noch irritierender: Bei den häufigen Szenen von überwältigten, weinenden, tanzenden Fans in den ersten Reihen dreht Cameron den Ton der kreischenden Massen so laut, dass man Eilish nicht mehr hört.

„Ein völlig neues Kinoerlebnis“ –  so der Werbeslogan der Filmfirma – klingt aber aus anderen Gründen übertrieben. „Hit Me Hard And Soft“ folgt nämlich abgesehen von der 3D-Optik gängigen Konzertfilm-Konventionen. In Rückblicken und den kurzen Interviews mit Cameron wird dokumentiert, was Eilish während einer Tour Backstage treibt. 

Man sieht, wie sie mit ihrem Stimmtrainer arbeitet, sich vom Physiotherapeuten den verstauchten Knöchel behandeln lässt oder im „puppy room“ mit Hunden spielt. Sie erklärt, dass sie bei jeder Show Hunde aus einem Tierheim hinter die Bühne bringen lässt, damit die Crew einen Ausgleich zum stressigen Touralltag bekommt. Motto: „Jeder braucht ein bisschen Hundeliebe!“

All das ist lustig für Fans, aber in die Tiefe geht es nicht. Einen größeren Publikumskreis als den der Eilish-Anhänger wird der Film wohl nicht erreichen.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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