Rugby: Comeback des Nationalteams auf dem Sport-Club-Platz

Sport

Es läuft derzeit für das österreichische Rugby-Nationalteam der Männer. In der Rugby Europe Conference haben die „Steinböcke“ eine beeindruckende Siegesserie hingelegt: 62:7 in Krems gegen Slowenien, 62:3 in Piestany gegen die Slowakei und 86:7 in Budapest gegen Ungarn. 

Im ersten Länderspiel auf dem neuen Sport-Club-Platz geht es am Samstag gegen Serbien (17.00) um den Gruppensieg – und dieser wiederum würde die historische Chance auf den Aufstieg in die Rugby Europe Trophy eröffnen, quasi die dritte Liga in Europa. Ein Sieg würde die beste Weltranglistenposition der Geschichte bedeuten. Aktuell liegt man auf Platz 66 von 114 Nationen.

Warum stehen wieder 15 Spieler auf dem Platz? Ist nicht 7er-Rugby modern?

Mit Beginn der Corona-Pandemie stand der Sport still. Danach setzte der österreichische Verband mehr auf das 7er-Rugby, das auch bei Olympia gespielt wird – auch in der Hoffnung auf staatliche Zuschüsse. Mittlerweile spricht man von „verlorenen Jahren“. „Die alten Grabenkämpfe zwischen Ost oder West und den Bundesländern gehören der Vergangenheit an“, sagt der neue Verbandspräsident Andreas Zinschitz, der wieder das klassische Rugby mit 15 Spielern forciert. Denn im 15er-Rugby wird die Grundlagenarbeit gemacht, ähnlich wie im klassischen Volleyball für Beachvolleyball. Zinschitz: „Wir wollen in einem Rugby-Entwicklungsland wie Österreich dem Sport jenen Stellenwert verschaffen, den er international längst genießt.“

Wie weit ist Österreich von den besten Teams der Welt entfernt?

Fast unendlich weit. „Wir sind in Österreich auf einem Amateursportniveau. Wenn wir in die höhere Liga aufsteigen, sind wir dort, wo sich Amateure und Semiprofis treffen“, sagt Ex-Teamspieler Stiig Gabriel, Präsident des „Clubs der Steinböcke“, der den Österreichischen Rugbysport fördern will. „Alles darüber ist dann reiner Profisport. Da wirken ganz andere Kräfte. Ein direkter Vergleich mit einem Team wie Südafrika, Neuseeland, Australien, Irland oder Frankreich wäre nicht nur sinnlos, sondern richtig gefährlich.“ Immerhin spielt ein Österreicher in der Akademie von Leinster (Irland), einer der weltbesten Mannschaften. Stiig Gabriels Neffe Caspar (20) kam schon zu Einsatzminuten in der ersten Mannschaft und hofft auf den Sprung zu den Profis.

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Warum spielt Österreich in Schwarz-Weiß?

Rugby wird in Großbritannien seit etwa 180 Jahren gespielt. Österreich hat das erste Länderspiel allerdings erst 1992 bestritten. Damals trug das Fußball-Nationalteam Schwarz-Weiß. Daran haben sich auch die Rugbyspieler ein Beispiel genommen.

Können die Rugbyspieler die Hymne nicht singen?

Doch: Heiß umfehdet, wild umstritten, liegst dem Erdteil du inmitten, einem starken Herzen gleich. Hast seit frühen Ahnentagen hoher Sendung Last getragen, vielgeprüftes Österreich. Vielgeprüftes Österreich. Österreichs Spieler singen die kaum bekannte zweite Strophe. Die Begründung: Die zweite Strophe passt mit dem etwas martialischeren Text besser zum Rugby.

Ist Rugby nicht brutal?

Schon, aber jedenfalls auch respektvoll. Ein alter Spruch lautet: „Rugby ist ein Spiel für Hooligans, gespielt von Gentlemen.“ So ist etwa Kritik am Schiedsrichter ein Tabu. „Integrität, Leidenschaft, Solidarität, Disziplin und Respekt sind Prinzipien, die Rugby einzigartig machen“, sagt Präsident Zinschitz. „Das leben wir auch weit über die Linien des Spielfeldes hinaus.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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