Janine Flock nach ihrer Ehrung: „Das ist das Höchste überhaupt“

Sport

Was macht die Sportlerin des Jahres am Tag nach dem größten Feierabend ihrer Karriere? Richtig: Sie macht nicht blau, sondern scharrt in den Startlöchern. Um 9 Uhr in der Früh hob am Freitag ein Flieger von Schwechat Richtung Oslo ab. Mit einer Passagierin an Bord mit ziemlich kleinen Augen, aber umso größeren Glücksgefühlen. „Diese Würdigung ist das Höchste überhaupt für mich“, gestand Janine Flock.

Die Skeleton-Olympiasiegerin sicherte sich den Titel bei den Frauen, bei den Männern wurde Radstar Felix Gall bei der Lotterien-Sporthilfe-Gala zum zweiten Mal nach 2023 mit dem begehrten Niki ausgezeichnet, Doublegewinner LASK darf sich über die Auszeichnung Team des Jahres freuen.

Janine Flock war sich immer bewusst, dass sie nur eine Chance haben würde, diese Trophäe zu bekommen: „Dafür brauche ich mindestens Olympiagold“, betonte die 37-jährige Tirolerin mehrmals. „Und ich brauche das Glück, dass es zugleich in den großen Sportarten keine andere Olympiasiegerin gibt.“

Reifeprozess

Janine Flock hätte sich durchaus auch für den Niki für das Lebenswerk empfohlen. Für die Hartnäckigkeit, mit der die Rumerin ihr großes Lebensziel namens Olympia verfolgt hat. Für ihre Leidensfähigkeit bei den vielen Rückschlägen, die sie im Lauf der Karriere einstecken musste.

Als sie etwa 2018 bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea als Führende in den letzten Lauf ging, um im Ziel als Gesamtvierte anzukommen. „Alles, was ich erlebt und mitgemacht habe, war für irgendwas gut und hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin“, sagt die Grande Dame des Skeletonsports. „Es ist alles gewachsen, mit 28 Jahren wäre ich noch nicht so weit gewesen.“

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Die Wahl zur Sportlerin des Jahres 2026, in der sie von 159 der 296 Journalisten der Vereinigung Sports Media Austria auf Platz 1 gesetzt wurde, hat für die 37-Jährige eine enorme Bedeutung. „Weil es eine große Wertschätzung ist, dass eine Athletin aus einer Nischensportart so viel Aufmerksamkeit erhält“, sagt Janine Flock. „Es ist eine Wertschätzung nicht nur für mich, sondern auch für die Sportart.

Dass die Tirolerin nur wenige Stunden nach der Ehrung bereits nach Norwegen jettete, um in Lillehammer ihre ersten Saisonfahrten zu absolvieren, zeigt das Feuer, das in Janine Flock brennt. “Ich bin immer noch hungrig„, betont sie.

Erfolgshungrig, zugleich aber auch nervös. Man möchte es bei einer erfahrenen Pilotin wie ihr ja gar nicht glauben: Aber Janine Flock hat vor der ersten Fahrt im Winter tatsächlich Muffensausen und muss sich überwinden.“

Selbstvertrauen

Seit den Olympischen Spielen ist sie nicht mehr auf dem Schlitten gelegen, „ich bin extrem aufgeregt und nervös. Du kannst dich nicht einfach nur drauflegen und runterfahren, sondern musst hoch konzentriert ans Werk gehen. Ich brauche heute viel mehr Mut als früher. Die Unbeschwertheit ist etwas weg.“

Andererseits hat sich Janine Flock inzwischen auch eine Gelassenheit angeeignet, die ihr gerade in stressigen Situationen hilft, nicht den Faden zu verlieren. „Ich verlasse mich heute auf mich und weiß genau, was ich brauche. Das Selbstvertrauen ist durch den Olympiasieg noch einmal weiter gewachsen.“

Das letzte große Ziel

Und mit diesem Rückenwind nimmt Janine Flock nun das letzte große Karriereziel in Angriff: Die Goldmedaille bei der WM. Dass der letzte Titel, der in ihrer Sammlung noch fehlt, …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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