Angriff auf Öl-Tanker: Auch Großbritannien beschuldigt Iran

Politik

Derweil sollen iranische Streitkräfte zivile Schlepper davon abhalten, einen der beschädigten Tanker wegzuschleppen.

Der Streit um zwei Handelsschiffe im Golf von Oman, die am Donnerstag mutmaßlich von iranischen Streitkräften angegriffen wurden, spitzt sich zu. Speedboote des iranischen Militärs halten nach Angaben aus US-Regierungskreisen zwei zivile Schlepper davon ab, den norwegischen Tanker „Front Altair“ wegzuschleppen. Dies verlautete am Freitag aus US-Regierungskreisen.

Details wurden nicht bekannt. Die USA machen den Iran für die Angriffe auf zwei Öltanker am Donnerstag verantwortlich. „Der Iran hat es getan“, sagte Trump am Freitag dem US-Sender Fox News in Washington. Er verwies damit auf das Video, das die USA am Vortag zur Verfügung gestellt hatten. Und er fügte hinzu: „Sie wollten nicht, dass Beweise zurückbleiben.“

Der Iran hält die Beschuldigungen für „lächerlich, gleichzeitig aber auch besorgniserregend und gefährlich“, wie Außenamtssprecher Abbas Mousavi am Freitag laut der staatlichen Agentur IRNA sagte. Anstatt grundlose Unterstellungen zu verbreiten, sollte man eher herausfinden, wer von solchen Krisen am Golf am meisten profitiere.

Britischer Außenminister sieht ebenfalls Iran hinter Angriffen

Untersützung bekommen die USA aus Großbritannien. Außenminister Jeremy Hunt sieht die Schuld ganz klar beim Iran: „Unsere eigene Einschätzung führt uns zu der Annahme, dass die Verantwortung für die Angriffe fast ganz sicher beim Iran liegt“, betonte Hunt in einer Erklärung seines Ministeriums vom Freitagabend.

Kein anderer Staat oder nicht-staatlicher Akteur käme dafür vernünftigerweise in Betracht, betonte Hunt. Die Vorfälle reihten sich ein in das „destabilisierende Verhalten des Iran und stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Region dar“, erklärte Hunt. Beweise für eine Urheberschaft der Revolutionsgarden aber legte der Minister ähnlich wie zuvor sein US-Kollege Mike Pompeo nicht vor. Die Regierung in Teheran hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Hunt rief den Iran dazu auf, „sämtliche destabilisierenden Aktivitäten einzustellen“. Sein Land versuche gemeinsam mit anderen Regierungen, eine diplomatische Lösung für den schwelenden Konflikt zwischen Teheran und Washington zu finden.

Die EU gab sich in Sachen Schuldzuweisungen vorsichtig. „Wir sind dabei, die Lage zu bewerten und Informationen zu sammeln“, sagte ein ranghoher EU-Beamter am Freitag in Brüssel. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres sprach sich für unabhängige Untersuchungen aus. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warnte wie beispielsweise auch China vor übereilten Reaktionen und forderte eine ernsthafte Untersuchung.

Saudi-Arabien verurteilte die Angriffe indes und sprach von „Terroroperationen“. Das sunnitische Königreich sieht im schiitischen Iran einen Erzfeind und verschärft seit Wochen den Ton gegenüber Teheran.

USA bemüht sich um internationalen Konsens

Die US-Regierung bemüht sich derweil nach den Worten des amtierenden Verteidigungsministers Patrick Shanahan um einen internationalen Konsens. Er und der Sicherheitsberater von Präsident Donald Trump, John Bolton, sowie Außenminister Mike Pompeo „konzentrieren uns darauf, einen internationalen Konsens mit Blick auf dieses internationale Problem zu bilden“.

Dazu würden die auch Geheimdienstinformationen weitergeben, wie es das US-Militär am Donnerstag bereits mit der Veröffentlichung eines Videos getan habe, das iranische Soldaten bei der Entfernung einer nicht explodierten Haftmine von einem der beiden angegriffenen Tanker zeigen soll, sagte Shanahan am Freitag in Washington weiter. Die USA machen den Iran für die Attacken verantwortlich. Dieser weist die Vorwürfe zurück.

Eskalation wird befürchtet

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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