Mathematiker vor Öffnungen: „Sollten zumindest ein Schutzniveau aufrechterhalten“

Politik

Die Durchimpfungsrate sei noch nicht hoch genug, um eine neue Welle und Ansteckungen in der Risikogruppe zu verhindern, sagt Peter Klimek.

Am Donnerstag wird die Corona-Taskforce über weitere Öffnungsschritt bzw. auch punktuelle Verschärfungen der Maßnahmen beraten.

Im Gespräch mit dem KURIER erklärt Komplexitätsforscher Peter Klimek, warum das nötig ist: „Wir beobachten eine von der Delta-Variante getriebene neue Welle rund herum in Europa. Das liegt auch daran, dass es jetzt wieder mehr Superspreading Events gibt“, sagt er. Unterm Strich hätten sich die Fälle in den vergangenen zehn Tagen verdoppelt. „Wir gehen davon aus, dass sich das auch in den nächsten Wochen fortsetzt“, sagt Klimek.

Besonderes Augenmerk legen die Forscher nun darauf, welche Altersgruppen betroffen sind. Klimek: „Der sprunghafte Anstieg findet vorwiegend unter den jungen Leuten statt. Das ist also nicht sonderlich besorgniserregend. Aber auch bei den Älteren steigen die Zahlen.“

Unter den 45-54 Jährigen seien etwa 35 Prozent noch nicht erstgeimpft. „Das heißt, wir sind bei der Durchimpfungsrate noch nicht so weit, dass wir eine neue Welle verhindern könnten und es zu keinen Ansteckungen in der Risikogruppe kommt“, erklärt der Wissenschafter.

Sollen die geplanten Öffnungen nun also stattfinden, oder lieber nicht? „Wir können das Geschehen nicht unkontrolliert weiterlaufen lassen, weil wir bis zum Herbst nicht bei den 85 Prozent Herdenimmunität sind, wahrscheinlich werden sogar 70 Prozent schwierig“, sagt Klimek.

Es müssten also weiterhin möglichst viele Menschen geimpft werden, darüber hinaus brauche es aber noch weitere Maßnahmen wie Tests oder das Tragen von Masken. „Ob wir damit allein über den Winter kommen ist fraglich. Aber je mehr man jetzt den Anstieg hinauszögert, umso länger kann man härtere Maßnahmen verhindern. Wir sollten daher zumindest ein Schutzniveau aufrechterhalten“, sagt Klimek.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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