Selenskij verurteilt einen „der brutalsten Bombenangriffe“

Politik

Die südukrainische Stadt Mykolajiw wurde heftig bombardiert.

Tag 159 im Ukraine-Krieg: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij hat den jüngsten russischen Beschuss auf die südukrainische Stadt Mykolajiw verurteilt und eine Reaktion seiner Armee angekündigt.

„Heute fand einer der brutalsten Bombenangriffe auf Mykolajiw und die Region statt“, sagte Selenskij in seiner Videoansprache in der Nacht auf Montag. Zugleich betonte er: „Kein russischer Angriff bleibt von unseren Militärs und Geheimdienstlern unbeantwortet.“

Mykolajiw war in den vergangenen Wochen fast täglich angegriffen worden.

Der Bürgermeister der Großstadt, Olexander Sjenkewytsch, bezeichnete den Beschuss bei Telegram als „wahrscheinlich den stärksten der ganzen Zeit“ seit Kriegsausbruch. Weitere Zivilisten seien verletzt worden. In der Schiffsbauerstadt soll noch etwa die Hälfte der einst knapp 500.000 Einwohner ausharren.

Selenskij erinnerte in diesem Zusammenhang auch an Olexij Wadaturskyj, den Besitzer eines der größten ukrainischen Getreidehandel-Unternehmen, der in Mykolajiw getötet wurde.  „In der Nacht kamen der Held der Ukraine und Generaldirektor von Nibulon, Olexij Wadaturskyj, und seine Frau Rajissa infolge von Beschuss tragisch ums Leben“, schrieb der Gebietsgouverneur, Witalij Kim, am Sonntag beim Nachrichtendienst Telegram.

Wadaturskyj wurde 74 Jahre alt. Sein Vermögen wurde zuletzt auf umgerechnet über 400 Millionen Euro geschätzt. Den ukrainischen Angaben zufolge starb in der Nacht auf Sonntag auch seine Frau Rajissa.

APA/AFP/UKRAINIAN EMERGENCY SERVICE/HANDOUTTruppenverlegung in den Süden

Wie zuvor bereits der ukrainische Generalstab berichtete auch Selenskij von Truppenverlegungen der Russen in besetzte Gebiete im Süden. „Ein Teil der russischen Kräfte wird von ihren Positionen im Osten in den Süden verlegt – in die Gebiete Cherson und Saporischschja. Aber das wird ihnen dort nicht helfen“, sagte der ukrainische Staatschef. Moskau äußerte sich nicht zu möglichen Truppenverlegungen.

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Im Zuge des bereits mehr als fünf Monate andauernden Angriffskriegs hat Russland unter anderem mehrere südukrainische Gebiete besetzt. Dank aus dem Westen gelieferter Waffen startete die Ukraine in Cherson zuletzt allerdings laut eigenen Angaben und nach Einschätzung des britischen Geheimdienstes mehrere erfolgreiche Gegenoffensiven.

Raketenangriffe auf Region Odessa 

Der Stadtrat von Odessa teilte am Sonntag unter Berufung auf das Kommando Süd der ukrainischen Armee mit, zwei russische Raketen vom Typ „Iskander“ seien von der von Russland annektierten Halbinsel Krim aus abgeschossen worden.

Zu möglichen Opfern wurden keine Angaben gemacht. Moskau äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. In der Region Odessa liegen alle drei Häfen, über die infolge eines kürzlich erzielten Abkommens bald wieder Getreide über das Schwarze Meer exportiert werden soll.

Russlands neue Marine-Doktrin

Auf der Krim, von wo aus die Raketen abgefeuert worden sein sollen, waren zuvor russische Feierlichkeiten zum „Tag der Marine“ abgesagt worden – unter Verweis auf einen angeblichen Drohnen-Angriff der Ukrainer auf die Stadt Sewastopol. Die ukrainische Marine dementierte das und teilte mit, Russland hätte den Vorfall „erfunden“.

In Wirklichkeit hätten sich die Russen aus Angst vor ukrainischen Angriffen nicht getraut, dort wie geplant die Feierlichkeiten abzuhalten, hieß es. Die russische Seite hingegen teilte mit, in Sewastopol sei der Stab ihrer Schwarzmeerflotte angegriffen worden. Sechs Menschen seien dabei am Sonntag verletzt worden, schrieb der Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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