
Das Wetterphänomen El Niño steht laut internationalen Organisationen mit hoher Wahrscheinlichkeit bevor. Ungewöhnlich hohe Meerestemperaturen im tropischen Pazifik deuten darauf hin, dass sich das wiederkehrende Klimamuster entwickelt.
Die Weltwetterorganisation (WMO) sieht damit steigende Risiken für Extremwetter. Dazu zählen Dürren, Überschwemmungen und möglicherweise neue Rekordwerte bei der globalen Durchschnittstemperatur. UNO-Generalsekretär António Guterres erklärte, El-Niño-Bedingungen würden „Öl in das Feuer der globalen Erwärmung“ gießen.
Die Wahrscheinlichkeit für den Beginn eines El-Niño-Ereignisses zwischen Juni und August liegt laut WMO bei 80 Prozent. Für eine Fortdauer bis mindestens November werden rund 90 Prozent angegeben. WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo warnte, man müsse sich auf ein möglicherweise starkes Ereignis einstellen, das Dürren und Starkregen verschärfen sowie das Risiko von Hitzewellen an Land und in den Ozeanen erhöhen könne.
Das Phänomen tritt in Abständen von zwei bis sieben Jahren auf. Zuletzt war es 2023/24 zu beobachten und zählte zu den fünf stärksten Ereignissen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950. Es trug dazu bei, dass 2024 das bisher heißeste Jahr seit der Industrialisierung war.
Ein El Niño kann die Folgen des menschengemachten Klimawandels verstärken. Besonders betroffen sind Regionen auf der Südhalbkugel, wo sowohl Dürren als auch Überschwemmungen auftreten können. Für Europa werden die Auswirkungen als vergleichsweise gering eingeschätzt.
Messungen zeigen, dass die Oberflächentemperatur an der Pazifikküste Südamerikas bereits das Niveau früherer El-Niño-Jahre erreicht hat. Zusätzlich wurde ungewöhnlich warmes Wasser aus tieferen Schichten festgestellt, das teils deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegt.
Source:: Kurier.at – Politik



