
Die Malerin Tess Jaray, die mit abstrakten, von Architekturelementen inspirierten Gemälden bekannt wurde und als erste Frau eine Professur an der renommierten Londoner „Slade School of Art“ innehatte, ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Das berichtet das Kunstmagazin Artforum.
Jaray entstammte einer prominenten Wiener Familie, zu der u.a. auch der Techniker Paul Jaray und der Kammerschauspieler Hans Jaray gehörten. Ihre Großtante Lea Bondi-Jaray war Inhaberin der Galerie Würthle und besaß das berühmte „Bildnis Wally“ von Egon Schiele, an dem sich in den 1990er Jahren einer der zentralen Restitutionsfälle der österreichischen Geschichte entspann.
Tess Jaray wurde 1937 geboren und emigrierte ein Jahr später mit ihrer Familie nach London. In ihrer künstlerischen Entwicklung bahnte sie der geometrischen Abstraktion den Weg, nahm aber immer wieder auch auf ihre Wiener Wurzeln Bezug: So ist das Gemälde „St. Stephen’s Green“, das 1969 für das Museum des 20. Jahrhunderts – das heutige mumok – erworben wurde, vom Dachziegelmuster des Stephansdoms inspiriert.
2020 kaufte die Österreichische Ludwig-Stiftung zwei Werke, die ebenfalls mit dem Dom in Verbindung stehen, für das Belvedere an („St. Stephen’s Way“, 1965). 2021 richtete die Secession Tess Jaray eine große Ausstellung aus.
Source:: Kurier.at – Kultur



