
0:2 nach 78 Minuten – das WM-Aus von Argentinien schien bei der WM 2026 bereits besiegelt. Doch mit drei Toren in der Schlussphase drehten die Südamerikaner die Partie gegen Ägypten und zogen mit einem spektakulären 3:2-Erfolg ins Viertelfinale ein. Der dramatische Sieg von Lionel Messi und Co. sorgte allerdings für reichlich Diskussionen. Vor allem auf ägyptischer Seite.
„Weder Respekt noch Fairplay“: Betrug der FIFA?
Die Nordafrikaner wittern einen Betrug der FIFA und erheben schwere Vorwürfe gegen die Entscheidungen des französischen Schiedsrichters Francois Letexier.
„Ich glaube, die Auswirkungen dieses Ergebnisses reichen weit über die Niederlage selbst hinaus, denn wir haben weder Respekt noch Fairplay erfahren“, sagte Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan nach dem Achtelfinal-Aus und führte fort: „Es schien, als habe die argentinische Seite Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt.“
Hassan werde nach Hause fahren und keine WM-Spiele mehr schauen, wie er weiter ausführte.
„War ein manipuliertes Spiel“
Ebenfalls erzürnt zeigte sich der Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:0, Mostafa Ziko: „Wir haben gegen den Weltmeister eine großartige Leistung gezeigt. Aber in der zweiten Hälfte sind seltsame Sachen passiert, die jeder gesehen hat. Das ist sonnenklar.“ Über den Schiedsrichter verlor der Stürmer kein gutes Wort: „Seine Ungerechtigkeit war offensichtlich. Er will nicht, dass wir gewinnen. Es war ein manipuliertes Spiel. Es war nicht unsere Schuld.“ Zico gratulierte den Argentiniern zugleich bereits zum WM-Titel.
Doch was war passiert?
Unmittelbar vor dem 3:2-Siegtreffer durch Enzo Fernandez in der Nachspielzeit hatte dessen Teamkollege Alexis Mac Allister den Ägypter Hamdi Fathi beim Laufen in den argentinischen Strafraum am Trikot gezogen.
„Eigentlich ein Strafstoß“
Für die Ägypter eine klare Sache: Strafstoß. Doch Letexier ließ weiterspielen. Argentinien schaltete um und erzielte quasi im Gegenzug den Siegtreffer. Unterstützung erhalten die Nordafrikaner dabei vom ehemaligen deutschen Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich: „Für mich, und da bin ich relativ deutlich, ist das eigentlich ein Strafstoß.“
Warum der Videoschiedsrichter nicht eingriff, blieb zunächst unklar. Vermutlich habe dieser das Vergehen nicht als eingreifwürdig eingestuft. Von der FIFA kam bislang keine Reaktion zu den Szenen.
Ägypten legt Beschwerde ein
Der ägyptische Fußballverband drängt auf ein juristisches Nachspiel. Wie Verbandspräsident Hany Abo Rida nach dem Spiel im Mannschaftshotel mitteilte, werde Beschwerde gegen Letexier und seine Assistenten eingereicht, wie die spanische Spotzeitung AS berichtet. Die Ägypter fordern eine Untersuchung der aus ihrer Sicht umstrittenen Entscheidungen. Neben den Fehlern der Schiedsrichter nannte Abo Rida auch die offensichtliche Doppelmoral als Grund für die Beschwerde.
„Abgekartetes Spiel“: Vorwürfe bereits bei WM 2022
Die aktuellen Vorwürfe wecken Erinnerungen an die Weltmeisterschaft 2022. Bereits beim Titelgewinn vor vier Jahren in Katar wurde den Südamerikanern Manipulation vorgeworfen. Damals erhielt Argentinien überdurchschnittlich viele Elfmeter zugesprochen – fünf in sieben Spielen. Auch bei dieser Weltmeisterschaft stehen bereits drei Strafstöße in fünf Partien zu Buche.
Schon damals sorgten die Schiedsrichterentscheidungen im Viertelfinale gegen die Niederlande für große Aufregung. „Wenn man sieht, wie Argentinien die Tore schießt und wie wir die Tore schießen und wie einige argentinische Spieler über die Grenze gingen und nicht bestraft wurden – dann denke ich, dass alles ein abgekartetes Spiel war“, sagte der damalige Trainer der Niederlande, Louis van Gaal, ein Jahr nach der Begegnung. Demnach hätte Messi schon damals …read more
Source:: Kurier.at – Sport



