
Mehr Stars, mehr Teams, mehr Spiele – in den USA, Mexiko und Kanada läuft gerade die größte Weltmeisterschaft, die es je gegeben hat, ein wahres XXL-Turnier. Die FIFA wird auch nicht müde, dies stets zu betonen.
Was der veranstaltende Weltverband aber nicht so laut hinausposaunt, ist die Tatsache, dass die WM auch für einen Negativrekord sorgt. Laut einer Studie werden beim Turnier neun Millionen Tonnen CO² freigesetzt.
Die Flugstrecken
Als Antreiber gelten die Flugreisen. Die Aufstockung auf 48 Teams, die enormen Distanzen zwischen den Spielorten und die erwarteten fünf Millionen Fans aus aller Welt tragen das Ihre zum gewaltigen Fußabdruck bei.
Der KURIER hat sich angeschaut, wie viele Kilometer die einzelnen Teams alleine in der Vorrunde zurücklegen (müssen), den Großteil davon natürlich mit dem Flugzeug. Gerechnet sind die Strecken Basecamp – Spiel 1 – Basecamp – Spiel 2 – Basecamp – Spiel 3. Nicht berücksichtigt sind die Anreise aus der Heimat sowie die Heimreise bzw. die Weiterreise zu einem möglichen K.o.-Spiel.
Die meisten Teams haben ihr Basislager in den USA aufgeschlagen (39), sieben in Mexiko und zwei in Kanada.
Die Vielflieger
Die meisten Kilometer zurücklegen wird WM-Neuling Curacao mit 8.570. Die Karibik-Kicker haben ihr Basecamp in Boca Raton in Florida aufgeschlagen. Von dort geht es zu den Gruppenspielen in Houston, Kansas City und Philadelphia. Keine einzige Flugstrecke ist kürzer als 1.500 Kilometer.
Nicht viel weniger Flugmeilen sammelt die Mannschaft aus Bosnien-Herzegowina, sie ist insgesamt 8.340 Kilometer in der Luft. Das Team ist während des Turniers im Bundesstaat Utah, genauer gesagt in Sandy stationiert. Allein zum ersten Gruppenspiel nach Toronto und retour sind es mehr als 5.000 Kilometer.
Auf Platz drei in dieser Statistik kommt auch schon Österreich. Ralf Rangnick und sein Team werden in der Gruppenphase insgesamt 7.430 Kilometer mit dem Flugzeug zurücklegen. Vom Quartier in Santa Barbara nach San Francisco sind es 445 Kilometer, von Santa Barbara nach Dallas 2.125 und vom Teamquartier nach Kansas City 2.290.
Die Wenigflieger
Dass es auch anders geht, beweisen etwa die Teams von Senegal und Südkorea, die unter 1.000 Flugkilometern bleiben. Dazu braucht es einerseits Losglück und zwei Vorrundenspiele in der gleichen Stadt. Und bestenfalls noch ein Basecamp nahe dieser Stadt.
Der Senegal wohnt und trainiert in New Jersey – gut, dass man gleich zwei Gruppenspiele im nahe gelegenen MetLife Stadium bestreitet. Zur dritten Partie reist man nach Toronto – die 565 Kilometer sind die einzigen, die der Senegal in der Vorrunde im Flugzeug verbringen wird.
Nicht viel mehr Flugmeilen sammelt Südkorea, das Mexiko in der Gruppenphase nicht verlassen wird. Das Team wohnt und spielt zwei Mal in Guadalajara, zur dritten Partie geht es nach Monterrey – ein Flug von rund 640 Kilometern.
Dass besagte günstige Auslosung nicht unbedingt für wenig Flugstunden sorgt, beweist Kanada. Der Co-Gastgeber hat seine Zelte in Vancouver an der Westküste des Landes aufgeschlagen, wo man auch zwei Mal spielt. Allerdings ging es fürs erste Spiel einmal quer durchs Land nach Toronto und wieder retour – macht schlanke 6.710 Kilometer in der Luft. Dafür bleiben die Kanadier jetzt am Boden.
Source:: Kurier.at – Sport



