Warum der ORF die beiden Frühspiele des ÖFB-Teams bei der WM zeigt

Kultur

Bereits das Eröffnungsspiel am vergangenen Donnerstag zeigte das Quoten-Potenzial dieser WM. Etwas mehr als eine Million Zuschauer hatte die erste Hälfte bei Mexiko– Südafrika im ORF. Schweden – Tunesien verfolgten hingegen am Montag um 4 Uhr Früh nur 43.000 Fußballfans.

Beim ersten WM-Auftritt des österreichischen Nationalteams seit 28 Jahren dürfte das Interesse ungleich höher sein. Dennoch ist die Beginnzeit wesentlich für wirkliche Top-Quoten. Nun hat der ORF als Rechteinhaber die Ehre, das WM-Comeback gegen Jordanien zu übertragen. Anpfiff ist am Mitwoch um 6.00 Uhr, also mitten in der Morgenroutine der meisten Österreicher, die sich dann z. B. ins Büro aufmachen müssen. Das zweite Gruppenspiel überträgt aber Sublizenznehmer Servus TV. Am 22. Juni um 19 Uhr, und auch noch mit dem attraktivsten Gruppengegner, Weltmeister Argentinien.

Es stellt sich die Frage, warum der ORF, der 52 von 104 Spielen live zeigt, sich nicht das rot-weiß-rote Filetstücke gesichert hat. Auch die Werbeeinkünfte sind bei Abendspielen viel lukrativer. Die Antwort des ORF lautet: „Auch in diesem Fall wurde die Spielaufteilung lange vor der Auslosung vorgenommen.“ So eine Vorgehensweise sei „bei langfristigen Vereinbarungen üblich“, erklärt der stellvertretende ORF-Sportchef Martin Szerencsi, den der KURIER in den USA erreichte. Er ist als Legal Advisor zuständig für sämtliche Verträge des ORF Sport für Medienrechte und lizenzrechtliche Kooperationen.

Abwechselnd mit ServusTV

Als „Official Broadcaster“ setzt der ORF auf abwechselnde Übertragungen der Österreich-Spiele mit Partnersender Servus TV. Das dritte und möglicherweise entscheidende Gruppenspiel gegen Algerien am 28. Juni zeigt wieder ORF 1 – es findet zu nachtschlafener Zeit um 4.00 Uhr Früh statt.

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Bei den Entscheidungsspielen in den Gruppen hat sich der ORF wiederum „maximale Flexibilität“ ausbedungen. Bei den gleichzeitig stattfindenden Spielen hat der öffentlich-rechtliche Sender bei acht von zwölf Gruppen den „First pick“, darf sich also die spannendere Begegnung aussuchen. „Die finale Aufstellung der Matches am dritten Spieltag erfolgt spätestens nach den Spielen in der jeweiligen Gruppe am zweiten Spieltag“, erklärt Szerencsi.

Warum man hinsichtlich der Gruppenauslosung nicht mehr Flexibilität haben wollte, beantwortet der Sportrechteverhandler so: „Für uns ist selbstverständlich und Teil einer funktionierenden Partnerschaft, dann auch in Folge dazu zu stehen.“

Glücksspiel Auslosung

Die WM-Auslosung in Washington am 5. Dezember des Vorjahres war somit also gewissermaßen auch ein Glücksspiel für den ORF. Damals wurden zudem die Aussichten fürs Turnier festgelegt: Wird Österreich Gruppenzweiter, tritt die Rangnick-Elf am 2. Juli um 21 Uhr im Sechzehntelfinale an. Dieses Spiel überträgt Servus TV. Gewinnt das ÖFB-Team Gruppe J, spielt man am Samstag, 4. Juli, um 0.00 Uhr. Dann käme wieder der ORF zum Zug. Im Falle eines dritten Platzes stehen die Chancen 50:50.

Ob diese TV-Lotterie im Achtelfinale weitergeht? Szerencsi klärt auf: „Sollte Österreich ein fünftes Spiel oder noch mehr Spiele bestreiten, werden diese alle vom ORF übertragen und dementsprechend würde die Spielaufteilung mit Servus TV geändert.“ Auf dem Küniglberg dürfte man also – bei schwieriger Auslosung mit möglichem Gegner  Spanien im 1/16-Finale – gleich doppelt die Daumen für Alaba & Co. drücken.

Wirtschaftlichkeit

ServusTV setzte bei der Euro 2024 als Rechteinhaber in der Aufteilung mit dem damaligen Sublizenznehmer ORF nicht auf Glück und sicherte sich alle Österreich-Spiele. Szerencsi zeigt sich dennoch jetzt schon „nicht nur mit der …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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