Janko über „One Love“-Verbot bei WM: „Die FIFA ist zum Fremdschämen“

Sport
Captains won't wear One Love armbands, FAs announce in joint statement

Das Verbieten des Tragens der „One Love“-Kapitänsschleifen ist ein Beweis, dass der Weltverband FIFA vor Katar einknickt.

Nach wenigen Tagen hat die WM ihren ersten Aufreger und ihre erste echte Sensation. Das Verbieten des Tragens der „One Love“-Kapitänsschleifen ist ein Beweis, dass der Weltverband FIFA vor Katar einknickt. Und das, obwohl man selbst mit Aktionen wie „No to Racism“ oder „Respect“ für Toleranz und Offenheit auf den Werbebanden wirbt. Das Verhalten des Verbandes ist lächerlich und hochgradig peinlich, die FIFA führt sich damit ad absurdum. Die Kritik an diesen haarsträubenden Zuständen ist mehr als nur berechtigt.

Die großen Fußballverbände haben eine große Chance des Handelns verpasst. Denn wenn sich die europäischen Nationen zusammentun und bei Androhung von Strafen nicht antreten, dann gibt es keine Weltmeisterschaft. Was macht die FIFA, wenn Deutschland, Belgien, Frankreich oder Spanien Widerstand leisten und abzureisen drohen? Es wäre ein unglaubliches Zeichen, ein Erdbeben mit offenem Ausgang.

EPA / LAURENT GILLIERONVerpasste Chance

Nach dieser verpassten Chance ist für mich die logische Konsequenz, dass die europäischen Verbände nach der Weltmeisterschaft gemeinsam ins Handeln kommen, damit solche Zustände bei keiner weiteren Weltmeisterschaft in Zukunft herrschen. Es ist Aufgabe von den Funktionären der Verbände, für einen Wertekatalog zu sorgen, an dem sich das Verhalten bzw. die Vergabe von Turnieren ausrichtet.

Ich wurde auch schon gefragt, ob ich als Kapitän in diesem Falle dennoch die Schleife getragen hätte. Die Antwort fällt schwer, da es leicht ist, aus der Distanz etwas zu behaupten, ohne aber Konsequenzen fürchten zu müssen. Wenn die Verbände einig wären, wenn der eigene Verband hinter dieser Aktion stünde, dann würde ich das durchziehen. Aber offenbar gibt es hier keine Einheit, obwohl die Verbände bei dem Pokerspiel auf dem längeren Ast sitzen würden.

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Man macht es sich auch zu einfach, Zeichen von den Spielern einzufordern. Sie können sie setzen, es soll aber kein Muss sein. Man darf nicht vergessen, dass für einen Fußballer eine WM das Highlight ist, für das er viele Jahre lang hart arbeitet. Für viele ist es auch eine einmalige Chance.

Umso beeindruckender war für mich das Zeichen der iranischen Spieler, bei der Hymne nicht mitzusingen. Bei ihnen geht es als Konsequenz nicht um eine gelbe Karte oder eine Geldstrafe, sondern sie riskieren damit Schritte, die in ihr Leben eingreifen. Allerhöchsten Respekt!

Ein Wechselpass zum Sportlichen. Argentinien war vor der WM mein sentimentaler Favorit. Nach dem ersten Spiel muss ich eingestehen: So hat Argentinien keine Chance auf den Titel. Natürlich hätte man vor der Pause das Spiel entscheiden müssen. Umgekehrt hat Saudi-Arabien mit viel Intensität gut gespielt, das Zentrum dicht gemacht. Die wahre Sensation war für mich, dass sie das Spiel drehen konnten.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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