
Da ist einiges los, wenn Bernhard Raimann zu Besuch kommt. Zu übersehen ist der knapp zwei Meter große und 150 Kilogramm schwere NFL-Star aber nicht. Der 28-Jährige ist nicht nur Österreichs bester Footballspieler, er ist im Sport auch einer der Top-Verdiener des Landes. Vergangenen Sommer hat er bei den Indianapolis Colts einen Vierjahresvertrag für insgesamt 100 Millionen Dollar unterzeichnet. Das heißt, er bekommt 25 Millionen Dollar pro Jahr (21,9 Millionen Euro).
Abgehoben ist Raimann deswegen aber nicht. Im Gegenteil. Bei seinem Heimatbesuch hält er ein Trainingscamp für Kinder ab. Auch seine Wurzeln hat er nicht vergessen. Am Samstag spielt sein Heimatverein, die Vienna Vikings in der AFLE gegen Paris. Raimann wird mit Ehefrau Calli und mit seiner Tochter Charlotte Rose zu Gast am Sport-Club-Platz sein und den Münzwurf machen.
NFL-Star Bernhard Raimann über …
… seine Rückkehr nach Wien und an seine alte Wirkungsstätte:
Man kann es gar nicht beschreiben. Es sind so viele Emotionen, die man da einfach wieder erlebt. Es ist unheimlich schön, wieder in Wien zu sein. Einerseits natürlich die Familie zu sehen, aber auch die Leute von den Vikings, mit denen man aufgewachsen ist.
… die Vorbereitung und die Zielsetzung für die kommende Saison:
Ich bin jetzt im letzten Urlaub, bevor das letzte Trainingscamp losgeht. Noch einmal Zeit mit der Familie verbringen, die Akkus aufladen – dann geht es eh schon los. Unser Ziel ist der Superbowl – und den Superbowl zu gewinnen. Während der Saison geht es natürlich darum, Woche um Woche zu gewinnen.
… sein Gewicht:
Ich habe jetzt 150 Kilo, das ist eine gute Ausgangsbasis, um ins Trainingslager zu starten. Dann wird es immer ein bisschen weniger. Ja, es gibt Spieler, die haben noch einmal 20 Kilo mehr, aber man muss wissen, wer man als Sportler ist. Es ist nicht jeder gleich gebaut, man muss auch seinen Beruf ausüben können. Es ist ein schmaler Grat. Man muss sich bewegen können, soll aber auch Gewicht auf die Waage bringen. Ich fühle mich so wohl, das passt.
… Druck:
Es geht viel um Leistung. Da sind sie in den USA sehr direkt. Wenn du deine Performance nicht bringst, wenn du zu viele Fehler machst, dann wirst du gleich einmal ersetzt. Es ist schwierig, da die Balance zu finden. Ich habe Glück, auf der Position in der Offensive Line zu spielen. Wir sind fünf Leute und müssen sehr eng zusammenarbeiten. Im Team zu arbeiten, das entspricht sicher mehr meiner Persönlichkeit.
… den Zusammenhalt in der O-Line:
Wir gehen gemeinsam durch dick und dünn. Meistens dick. Nein, wir haben jede Woche ein O-Line-Dinner. Da darf sonst keiner dabei sein. Manchmal vielleicht die Quarterbacks – wenn sie brav waren. Am Ende der Saison haben wir dann auch noch einen O-Line-Trip, wo wir gemeinsam irgendwo hinfahren.
… seinen Traum, den er leben darf:
Ich bin sehr dankbar für das, wo ich bin. Aber dass ich jetzt schon vier Jahre dabei bin, das ist oft nur schwer zu realisieren. Es fühlt sich immer noch sehr speziell an. Ich bekomme immer noch die Schmetterlinge im Bauch. So einen Nervenkitzel bekommt man sonst kaum im Leben. …read more
Source:: Kurier.at – Sport



