Elektro-Boom treibt Österreichs Automarkt auf Rekordkurs

Wirtschaft

Österreichs Automarkt boomt: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 164.529 Pkw neu zugelassen – 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Grund für den Aufschwung: Zwei Drittel aller Neuwagen fahren bereits elektrisch oder hybrid.

„Der Aufwärtstrend hält seit einem Jahr an und gewinnt weiter an Dynamik“, sagt Manuela Lenk, Generaldirektorin der Statistik Austria. Allein im Juni kletterten die Zulassungen um fast 23 Prozent. Ein Gesetz, das ab 7. Juli neue Assistenzsysteme vorschreibt, dürfte viele Käufer zum raschen Handeln bewogen haben.

Elektro und Hybrid verdrängen Verbrenner

Der Siegeszug alternativer Antriebe ist dramatisch: 107.836 Pkw mit Elektro- oder Hybridantrieb wurden zugelassen – ein Plus von 27 Prozent. Ihr Marktanteil liegt nun bei 65,5 Prozent. Besonders stark legten Benzin-Hybride zu: Mit 60.910 Neuzulassungen wuchsen sie um ein Drittel.

Reine Elektroautos kamen auf 40.060 Neuzulassungen, ein Viertel mehr als im Vorjahr. Tesla führt die E-Auto-Rangliste an, dicht gefolgt von Skoda, BMW und dem chinesischen Newcomer BYD. Letzterer verzeichnete mit plus 77 Prozent den stärksten Zuwachs aller Marken.

Die Verlierer: Diesel-Pkw brachen um 8,3 Prozent ein, Diesel-Hybride sogar um knapp elf Prozent. Benziner stagnierten bei 40.509 Neuzulassungen – minus 0,1 Prozent.

Firmenwagen dominieren den Markt

Fast zwei Drittel aller Neuwagen werden von Unternehmen und Gebietskörperschaften zugelassen. Bei Diesel-Pkw liegt der Firmenanteil sogar bei 81 Prozent. Privatpersonen greifen eher zu Benzinern (40 Prozent Privatanteil) oder Benzin-Hybriden (39,5 Prozent). E-Autos landen zu 34 Prozent in privaten Garagen.

Die beliebtesten Marken bleiben VW (13,9 Prozent Marktanteil), Skoda (10,7 Prozent) und Audi (6,6 Prozent) – allesamt aus dem Volkswagen-Konzern. BMW und Mercedes verzeichneten unterschiedliche Entwicklungen: Während BMW 2,3 Prozent verlor, legte Mercedes um 17 Prozent zu.

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Nutzfahrzeuge: Ansturm vor Stichtag

Noch drastischer fiel der Anstieg bei leichten Lastkraftwagen aus: 18.710 Lkw der Klasse N1 wurden zugelassen – 46 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Juni verdoppelten sich die Zulassungen dieser Kategorie nahezu. Auch hier dürfte die bevorstehende Gesetzesänderung viele Unternehmen zum Vorziehen ihrer Investitionen bewegt haben.

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 223.734 Kraftfahrzeuge neu zugelassen, ein Plus von knapp 16 Prozent. Auch Motorräder (plus 7,5 Prozent) und Motorfahrräder (plus 14,8 Prozent) legten zu.

Was die Zahlen bedeuten

Der rasante Umstieg auf alternative Antriebe zeigt: Österreichs Automarkt befindet sich mitten in der Transformation. Förderungen, strengere CO₂-Vorgaben und das wachsende Modell-Angebot beschleunigen den Wandel. Gleichzeitig werfen die Zahlen Fragen auf: Warum stagnieren Diesel-Hybride, während Benzin-Hybride boomen? Und wie nachhaltig ist der Zulassungs-Boom, wenn ein Großteil auf Vorzieheffekte vor Gesetzesänderungen zurückgeht?

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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