Also sprach Nina Chuba in Wien: Viel Musik, noch mehr Gefühl

Kultur

Die mächtigen Klänge von „Also sprach Zarathustra“ erfüllen die Wiener Stadthalle. Anstatt auf höfliche Stille treffen sie auf begeistertes Gekreische von fast 15.000 Besuchern. Denn das ist kein klassisches Konzert, sondern der dramatische Auftakt der Show von Nina Chuba. 

Es ist ein ungewöhnlicher Start für das Pop-Konzert einer 26-Jährigen. Aber dass Chuba Ungewöhnliches abliefert, ist wohl das Erfolgsrezept der Deutschen, die als Kind als Schauspielerin bei „Die Pfefferkörner“ startete und 2022 mit dem Hit „Wildberry Lillet“ den Durchbruch als Musikerin feierte. Warum sie sich seither von der SimmCity in die Stadthalle hochspielen konnte, zeigt sie Donnerstagabend eindrücklich. Denn anders als so oft bei Pop-Shows, steht bei Chuba die Musik im Vordergrund. 

Das beginnt damit, dass sie mit drei Bläserinnen, einem hervorragenden Schlagzeuger und einer Bassistin und einem Gitarristen auftritt, die beide auch Keyboards spielen. Die vielen Möglichkeiten, die sie damit musikalische hat, nutzt Chuba von Beginn an geschickt und voll aus: „Wildberry Lillet“ (sie hat mittlerweile genug andere Hits, dass ihren größten als dritten Song spielen kann) punktet mit Latin-Flair. 

Bei „Jeep“ bestimmen ein behäbiger Bass und Drums den Sound und „Ich glaub ich will heut nicht mehr gehen“ kommt funkig daher. Darüber legt Chuba ihre Raps, die sie immer sehr melodisch anlegt. Aber das ist nur die Bandbreite des ersten Drittels des Konzertes. Schon das hat sie mit dem durchwegs gesungenen, melancholischen Ennio-Cover „Fühlst du gar nichts“ bereichert. 

Im Mittelteil reduziert sie noch einmal das Tempo, singt „Nicht alleine“ als Solistin, während sie sich selbst am Klavier begleitet. Bei dem zutiefst berührenden „ILMILMN“ („Ich lieb mich, ich lieb mich nicht“), in dem sie die Verwirrungen der drastischen Lebensveränderungen seit „Wildberry Lillet“ verarbeitet, lässt sie sich von dem Gitarristen am Klavier begleiten. 

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Und danach gibt es viele Momente, in denen es zum Beispiel mit „Rage Girl“ und „Fucked Up“ rockig und punkig wird und sich die überwiegend jungen, weiblichen Fans mit ihrem Idol den Frust über Liebes-Enttäuschungen aus dem Herzen brüllen können. 

All das ist eine emotionale Reise – von fröhlich über deprimiert und zweifelnd, bis wütend und fordernd danach, das Leben voll auszukosten. Ausgelöst wird die längst nicht nur von der Musik, die hier eben überwiegend live produziert wird und nicht von einer sterilen Festplatte kommt. 

Da sind auch Chubas authentische Songs, in denen die Wahlberlinerin schonungslos und gerne mit deftigen Worten alles aufgreift, was ihr auf der Seele brennt und damit auch ihrem Publikum aus dem Herzen spricht. Dazu kommt die sympathische Bühnenpräsenz des Stars des Abends. Undramatisch erklärt sie, dass sie gerne in Österreich ist, es liebt, eine Melange zu trinken. Einmal amüsiert sie sich königlich darüber, dass ihr gerade das Mehrzahlwort für Publikum nicht einfällt. 

Begleitet wird all das von für derartige Pop-Acts erstaunlich wenigen Show-Effekten. Die vier Tänzerinnen sind nur punktuell mit ihr auf der Bühne, oft genug gehen stattdessen die Musiker mit ihr auf den Steg, der auf eine kleine Bühne im Publikum führt. Es gibt – ebenfalls nur punktuell eingesetzt – Flammenwerfer, Konfetti und Papierschlangen und eine Hebebühne, die Chuba ein paar Mal in die Luft hievt. 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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