
„Unentschieden gegen Ried“ heißt ein Lied des Musikers Nino aus Wien. Der glühende Rapid-Fan hat sich dabei 2018 über die Auftritte der Rapidler und die damals üblichen Punkteverluste seines Herzensvereins gegen die „Kleinen“ geärgert.
Mittlerweile wären die Hütteldorfer nach den drei Pleiten in Folge in der Meistergruppe und der Erfahrung vom peinlichen 0:3 im Cupviertelfinale im Innviertel mit einem Unentschieden in Ried durchaus zufrieden.
Das würde im Play-off (Anpfiff 19.30 Uhr) die Chancen auf das letzte Europacup-Ticket im Rückspiel am Pfingstmontag im Allianz Stadion (17 Uhr) wesentlich erhöhen.
Mehrere Rapidler fehlen
Während bei den Hausherren nach dem Last-Minute-Sieg gegen den WAC mit Van Wyk ein Schlüsselspieler fehlt, muss Rapid mehrere Stammkräfte vorgeben. Horn ist nach Ranftls Foul weiter am Knöchel verletzt, andere sind angeschlagen oder kränklich.
Auf einen Protest gegen die Drei-Spiele-Sperre von Yusuf Demir für seinen Schuhwurf wurde verzichtet. „Weil eine wesentlich längere Sperre möglich gewesen wäre“, erklärt Sportchef Markus Katzer.
Mit einem Sieg im „Highlight-Spiel“ möchte sich Max Senft von den Rieder Fans verabschieden: Der Erfolgstrainer zieht seine günstige Ausstiegsklausel und wechselt nach dem Rückspiel in die 2. Deutsche Bundesliga, nach Karlsruhe.
Und was passiert in Hütteldorf, wenn mit dem teuersten Kader der Vereinsgeschichte der Super-GAU, also das Verpassen der internationalen Bühne, passiert?
Kein Katzer-Rücktritt
Markus Katzer hat als oberster Entscheidungsträger die Endplätze 4, 4, 5 und 5 zu verantworten. Ein historischer Tiefstwert.
Auf die KURIER-Frage, ob er nach einem K. o. gegen Ried über einen Rücktritt nachdenken würde, meint der 46-Jährige: „Nein, mir macht es weiter richtig Spaß.“ Unabhängig vom Europacup-Ticket sind „einige Transfers in der Pipeline“.
Ohne Zusatzeinnahmen müssten mehr Rapidler verkauft werden. Interesse gibt es trotz der sportlichen Enttäuschungen genug.
Die Klubspitze hat sich darauf eingeschworen, diesmal mehr auf Kontinuität zu setzen. Trainer Johannes Hoff Thorup ist überzeugt, dass viele nötige Veränderungen angestoßen wurden, aber „es braucht mehr Zeit“.
Mit Adamsen, ohne Millioneneinkäufe
Diese soll der Däne bekommen, ab Sommer im 4-3-3-System und mit zwei, drei Wunschspielern.
Goalgetter Tonni Adamsen war bereits für den Medizincheck in Wien, eine Unterschrift vom 31-jährigen Dänen gibt es aber noch nicht. So viele teure Einkäufe wie 2025 sind undenkbar.
Laut KURIER-Recherchen soll es anstelle eines Köpferollens eine Strukturänderung in der sportlichen Leitung geben.
Das Ziel ist, die Bereiche abseits des Feldes, in denen in den vergangenen Jahren nicht das Optimum herausgeholt wurde, zu minimieren.
Faktor Standards
Und in Ried? Will es Hoff Thorup nach den noch zu anspruchsvollen Plänen bei seinem Debüt mit dem Cup-Desaster „einfacher halten und das Tempo diktieren. Wenn wir Ried aber anbieten, was sie gerne haben, wird es schwierig.“
Stichwort Standardsituationen und die Extra-Stärke des Aufsteigers bei ruhenden Bällen mit Zielspieler Havenaar: Mehr als die Hälfte aller Tore konnte Ried durch Standards einleiten.
Source:: Kurier.at – Sport



