
Das heimische Geschäft mit Kongressen, Tagungen, Seminaren und Firmenveranstaltungen ist auf Wachstumskurs. Zwar fanden im vergangenen Jahr etwas weniger Events statt als noch im Jahr zuvor. Die Zahl der Teilnehmenden hat sich jedoch um 3,5 Prozent auf 1,9 Millionen erhöht, wie aus dem aktuellen Meeting Industry Report Austria (mira) hervorgeht. Immer häufiger blieben Teilnehmer auch über Nacht. Die Zahl der Nächtigungen in den heimischen Beherbergungsbetrieben stieg um 15,4 Prozent auf 4,3 Millionen.
Kongress-Touristen lassen besonders viel Geld in Österreich
Damit ist der Anteil der geschäftlichen Besucher an allen Nächtigungen (rund 150 Millionen) gering. Die Business-Gäste lassen aber oft besonders viel Geld im Land. „Der internationale Gast bringt eine besonders hohe Wertschöpfung“, vermerkt Sandra Neukart, Chief Operating Officer der Österreich Werbung. Während der durchschnittliche Urlauber in der Bundeshauptstadt inklusive Nächtigung rund 380 Euro pro Tag ausgibt, sind es bei den Kongress-Touristen 562 Euro.
Im jüngsten Ranking der International Congress and Convention Association (ICCA) blieb Österreich als Destination stabil auf Platz 16. Wien fiel zwar von Rang 1 auf Platz 4 zurück – hinter Lissabon, Paris und Barcelona – mischte damit aber immer noch an der Weltspitze mit. Das für den internationalen Vergleich herangezogene Kriterium sei zudem einzig die Anzahl der Veranstaltungen. „Wir haben mehr Nächtigungen und Teilnehmende“, betont Neukart.
Ein Drittel der Veranstaltungen fand in der Bundeshauptstadt statt, wo fast 13 Prozent der Nächtigungen aus dem Business-Segment stammen. Dahinter folgen Salzburg und Niederösterreich mit zahlreichen kleineren Veranstaltungen. Im Schnitt zählten die Tagungen 130 Besucher. Attraktiv sei der heimische Standort für Veranstalter wegen einer Kombination aus Regionalität und Internationalität. Hinzu kämen verlässliche Zugverbindungen in die Landeshauptstädte und die Sicherheit im ganzen Land. Diese sei mittlerweile ein „Riesenfaktor“, sagt Neukart.
Große Kongresse sind wichtige Stütze in der Nebensaison
Besonders bedeutend waren auch 2025 internationale Großveranstaltungen wie der Radiologenkongress (ECR) und der Geologenkongress (EGU) mit jeweils rund 20.000 Teilnehmern in der Bundeshauptstadt. „Die Radiologen haben wir seit Jahrzehnten im März in Wien“, freut sich Renate Androsch-Holzer, Präsidentin des Austrian Convention Bureau (ACB). Sie unterstreich die Bedeutung von Business-Events, um Tourismusbetriebe in den Nebensaisonen zu stützen. Allein der ECR bringt eine Wertschöpfung von fast 20 Millionen Euro sowie fast 300 Arbeitsplätze.
Auch außerhalb der Bundeshauptstadt gab es 2025 große Events: Etwa eine mehrtägige Ausbildungsveranstaltung des Autobauers Mercedes mit 14.000 Gästen in Salzburg oder einen deutschen Kongress mit 3.500 Teilnehmern in Schladming.
Optimistische Prognose für die nächsten Jahre
Auch der Blick in die Zukunft stimmt Androsch-Holzer optimistisch. Einer ACB-Blitzumfrage unter mehr als 70 Mitgliedsbetrieben zufolge erwarten diese für die Jahre 2026 bis 2028 eine stabile bis bessere Buchungslage. Fast 80 Prozent würden in den nächsten drei Jahren eine gleich gute oder bessere Buchungslage erwarten. Gleichzeitig meldeten 91 Prozent der antwortenden Betriebe offene Stellen.
Weiterhin herausfordernd seien für die Branche die gestiegenen Kosten für Personal und Energie. „Das aber nichts, was nur die Tagungsbranche betrifft. Das betrifft alle Branchen“, sagt Androsch-Holzer.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



