Riesentorlauf-Hoffnung Brennsteiner: „Ich habe nicht mehr ewig Zeit“

Sport

Nach fünf Knie-Operationen will der 29-Jährige heuer durchstarten. Trainer bescheinigen ihm einen der schnellsten Schwünge im Weltcup.

Es grenzt eigentlich an ein Wunder, dass Stefan Brennsteiner noch immer auf der Weltcup-Piste unterwegs ist. Denn seine Krankengeschichte tut einem schon beim bloßen Lesen weh. Vier Mal hat sich der 29-jährige Pinzgauer in seiner Karriere bereits das Kreuzband gerissen, die vergangene Saison musste er nach einer Knorpelverletzung und einem Außenmeniskusriss im linken Knie abermals vorzeitig beenden und operiert werden.

Jeder könnte es verstehen, wenn der Salzburger vom Skisport langsam genug hat. Keiner würde es ihm verübeln, wenn er seine Skier ins Eck stellen würde. Aber Stefan Brennsteiner will sich nicht in die Knie zwingen lassen, vor allem will er seine Laufbahn nicht so beenden. Immerhin attestieren ihm die Trainer einen der schnellsten Riesentorlauf-Schwünge im gesamten Zirkus. Das wurde augenscheinlich bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang (2018), als Brennsteiner auf dem Weg zu einer Medaille stürzte – und sich zum wiederholten Mal das Kreuzbandriss riss.

„Dann hab‘ ich da nichts mehr verloren“

So schmerzhaft diese Erfahrung in Südkorea für den Salzburger auch war, so wichtig ist sie heute noch für das Stehaufmännchen. Weil er damals in Pyeongchang das Aha-Erlebnis hatte, das Tempo der allerbesten Riesentorläufer mithalten zu können. „Das ist ein Mitgrund, warum ich überhaupt noch fahre“, sagt das Stehaufmännchen. „Wenn ich nicht das Wissen hätte, dass ich schnell bin, dann wäre ich mit 29 fehl am Platz. Dann hab‘ ich da nichts mehr verloren.“

APA/EXPA/JOHANN GRODER

Das Hauptproblem des 29-Jährigen war neben den vielen Verletzungen auch die mangelnde Konstanz und die hohe Fehleranfälligkeit. Im vergangenen Winter hatte Brennsteiner bei fünf Riesentorlauf-Starts drei Mal nicht das Ziel gesehen.  Die anderen beiden Auftritte waren mit den Rängen 15 und 21 durchaus vielversprechend.

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Er war einer der Adressaten des neuen Spezialtrainers Mike Pircher, der moniert hatte, dass den Österreichern zu viele leichte Innenskifehler unterlaufen. Deshalb musste Stefan Brennsteiner in dieser Vorbereitung noch einmal in die „Skischule“, um es überspitzt zu formulieren. „Wir haben das Hauptaugenmerk auf die Grundtechnik gelegt“, erzählt der Pinzgauer. „Es ist zwar noch so einfach, Reflexe umzutrainieren, aber ich habe gemerkt: Aha, so kann man den Schwung auch lösen.“

Brennsteiner hofft, dass bereits beim Auftakt in Sölden erste Fortschritte zu erkennen sind. Denn auch ihm ist klar, dass der Druck auf ihn steigen wird, die Trainer Leistungen sehen wollen und er nicht mehr der Jüngste ist. „Auf die Dauer sind meine Ansprüche, in der Weltspitze mitzufahren. Ich weiß aber: Ich habe nicht mehr ewig Zeit.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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