Wacker-Präsident Rauch: „Wir sind kein Hummer- & Kaviarverein“

Sport

Im Sommer 2022 war es um den FC Wacker Innsbruck so schlecht bestellt wie noch nie zuvor in der so turbulenten Vereinsgeschichte. Der Lizenzentzug, der Konkurs der Gmbh und ein Zwangsabstieg ließen den zehnfachen Meister hart in der 5.Liga aufschlagen.

Der FC Wacker hatte damals keine Spieler, kein Geld und keine Perspektive. Vier Jahre und 3 Aufstiege später melden sich die Innsbrucker in der 2.Liga zurück. 

Den Weg nach oben hat Präsident Hannes Rauch mitgemacht, der im Sommer 2022 mitten im Chaos das Himmelfahrtskommando übernommen hat.

KURIER: Wenn Ihnen im Sommer 2022 jemand gesagt hätte, dass der FC Wacker 2026 wieder in der Bundesliga sein wird, dann….

Hannes Rauch: …hätte ich geantwortet: Da träumt jemand von den warmen Eislutschern. Zu dem Zeitpunkt war damals die sportliche Perspektive zweitrangig. Es ist nur darum gegangen, den Verein am Leben zu halten. Es war ein wirtschaftlicher Überlebenskampf, wir waren ein Sanierungsfall. Man hat nicht gewusst, wie es mit dem FC Wacker weitergeht. Es war schon Harakiri.

Warum haben Sie sich damals überhaupt darauf eingelassen?

Weil ich mir gedacht habe, dass es ewig schade wäre um diesen Verein. Wenn ein Verein wie der FC Wacker von der Bildfläche verschwindet, wäre es ein Verbrechen am österreichischen Fußball. Mir war es ein Anliegen, dass der FC Wacker die nächsten Wochen überlebt. Und wenn sich niemand gefunden hätte, dann wäre wahrscheinlich auch noch der Verein in den Konkurs geschlittert.

Jeden Tag ist eine andere Bombe geplatzt 

Wie haben Sie diese Mission in Angriff genommen?

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Die ersten Wochen ist es nur darum gegangen, sich einen finanziellen Überblick zu verschaffen. Es gab keine Buchhaltung der Monate zuvor, es gab keine Unterlagen. Jeden Tag ist eine andere Bombe geplatzt, gegipfelt hat das in Hausdurchsuchen. Wir hatten das Damoklesschwert der Liquidität über uns.

Was hat Ihnen damals Zuversicht gemacht?

Ich kann mich noch gut an unser erstes Ligaspiel in Kirchbichl erinnern. Da waren 1.000 Fans mit dabei und man hat gesehen, welche Kraft dieser Verein hat. Licht am Ende des Tunnels habe ich im Dezember 2022 gesehen, als der FC Bayern angerufen hat und so die Partnerschaft mit Los Angeles FC entstanden ist.

Was hat den Fünftligisten FC Wacker für den FC Bayern und Los Angeles FC so interessant gemacht?

Die Tradition des Vereins, der Standort mitten in Europa, das Stadion, vor allem das Potenzial, das im FC Wacker steckt. Mit dieser Partnerschaft haben wir ein Riesenglück.

Wie würde der Verein ohne diese Partnerschaft und ohne die Gelder aus L.A. dastehen?

Wenn wir die Entschuldung nicht geschafft hätten, dann hätten wir wie seinerzeit Austria Salzburg oder der GAK in der untersten Klasse anfangen müssen. Der Verein wäre sicher ohne Los Angeles überlebensfähig, aber von einer Spitzenmannschaft in der Regionalliga wären wir weit entfernt. Ganz zu schweigen von Plänen Richtung Bundesliga. Das wäre ohne L.A. utopisch.

Manche behaupten, dem FC Wacker hätten die Jahre in den Niederungen des Amateurfußballs nicht geschadet.

Das sehe ich auch so. Das hat dem Verein gut getan: Quer durch Tirol fahren, auf den Plätzen für Fußballfeste sorgen, positive Stimmung erzeugen – das war für das Image des FC Wacker wichtig und gut. Ein …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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