Hunderte Hektar Wald gerodet: Baustopp für Google-Rechenzentren

Wirtschaft

Im waldreichen Finnland treibt der IT-Konzern Google sein bisher größtes Rechenzentrums-Projekt in Europa voran. Doch das ehrgeizige Projekt für gleich zwei riesige Hallen wurde nun von den finnischen Behörden vorzeitig gestoppt.  „Alle vorbereitenden Maßnahmen, die zu erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt führen könnten“, müssten bis spätestens zum 23. Oktober eingestellt werden, erklärte die zuständige Aufsichtsbehörde LVV. Demnach soll eine Umweltverträglichkeitsprüfung der geplanten Anlagen in Muhos und Kajaani abgewartet werden.

Die LVV hatte zuvor eine Untersuchung eingeleitet. Tuike Finnland, das Unternehmen, das Google in dem Land vertritt, steht demnach im Verdacht, an den beiden Standorten ohne die vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung hunderte Hektar Wald gerodet zu haben.

Google äußerte Verständnis für Bedenken

Der Konzern zeigte sich einsichtig: „Wir haben Verständnis für die geäußerten Bedenken und erkennen an, dass wir in diesem konkreten Fall unseren eigenen hohen Standards nicht gerecht geworden sind“, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. „Wir werden die Ergebnisse der Behörde prüfen und ihren Empfehlungen nachkommen.“

13 Milliarden Euro Investition an vier Standorten

Google hatte im September Investitionen in Höhe von 13 Milliarden Euro an vier Standorten in Finnland angekündigt – die bislang größte Einzelinvestition für neue Rechenzentren des Konzerns in Europa. Neue Rechenkapazitäten gelten als wichtige Ressource für Cloud- und KI-Anwendungen. Zugleich sorgen der immense Stromverbrauch der Anlagen und mitunter auch der Wasserverbrauch immer wieder für Debatten über die Umweltauswirkungen.

Google hatte bereits 2009 eine ehemalige Papierfabrik in der Küstenstadt Hamina erworben und zu einem Rechenzentrum umgebaut; seitdem hat der Konzern seine Präsenz in Finnland schrittweise erweitert. Das Land hat dank des vergleichsweise kühlen Klimas sowie der relativ stabilen und günstigen Stromversorgung in den vergangenen Jahren einen Boom bei Rechenzentren erlebt.

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Google Rechenzentrum in Oberösterreich ohne UVP

Auch in Österreich errichtet Google gerade einen großen Rechenzentrums-Campus in Kronstorf in Oberösterreich. Für das wegen Wasser- und Stromverbrauch umstrittene Projekt wurde keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt . Die Gesetze sehen dies bisher für Rechenzentren nicht vor, was auch im September 2026 bestätigt wurde. Oberösterreichs Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) lässt nun eine UVP-Pflicht für das Google-Rechenzentrum in Kronstorf erneut prüfen.

Kritiker argumentieren, dass die Größe des Projekts und seine Auswirkungen auf Strom, Wasser und Umwelt eine umfassende Prüfung rechtfertigen würden. Auch die mangelnde Transparenz über den tatsächlichen Ressourcenverbrauch wird kritisiert. Bürgerinitiativen und die Grünen fordern daher schon lange eine verpflichtende UVP für große Rechenzentren. Die Regierung legte im September eine UVP-Novelle vor, die auch Rechenzentren berücksichtigt.

In Niederösterreich wird das geplante Rechenzentrum des US-Konzerns CloudHQ in Leopoldsdorf (Bezirk Bruck an der Leitha) einem Verfahren zur UVP unterzogen. Das ergab ein Feststellungsverfahren durch das Land, das der Konzern selbst beantragt hatte.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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