Laufend an die Wallstreet: Börsegang von On Running in New York

Wirtschaft

Der Schweizer Nike-Rivale erlöst 746 Millionen Dollar bei IPO an der Nasdaq. Analysten warnen vor zu viel Euphorie.

Der Börsegang wird perfekt inszeniert – mit einem Lauf. Gemeinsam mit rund 100 Läuferinnen und Läufer sprinten die Gründer der Schweizer Laufschuh-Marke On heute, Mittwoch, entlang demn Hudson River zur Wall Street, um pünktlich um 15.30 Uhr an der New Yorker Stock Exchange die „Opening Bell“ zu läuten.

Der IPO an der Nasdaq wurde mit Spannung erwartet, gilt der Schweizer Newcomer On Running doch derzeit als schnellstwachsender Sportartikelhersteller der Welt, der  den etablierten Playern Nike und Adidas den Kampf ansagt. Platziert wurden insgesamt 31,1 Millionen Aktien. Der Ausgabepreis der Aktie wurde mit 24 Dollar festgelegt, liegt damit über dem zuvor festgelegten Preisband zwischen 18 und 20 Dollar. Somit beträgt der IPO-Erlös  746,4 Millionen Dollar.

Als Grund für den Börsengang in den USA statt in der Schweiz nannte On, dass die Hälfte der Kunden in Nordamerika seien. On sei eine globale Marke mit der logischen Konsequenz, in New York an die Börse zu gehen.

ON Running

Roger Federer ist an On-Running beteiligt

Hohe Erwartungen

Die Erwartungen der Investoren sind hoch, was auch am Engagement von Tennisstar Roger Federer liegt. Dem Unternehmen wird eine Börsenbewertung von rund 6 Milliarden Dollar zugetraut. Zu den Geldgebern von On Running gehört auch die US-Risikokapitalfirma Stripes. Bei der letzten Finanzierungsrunde wurde On Running mit etwa zwei Milliarden Dollar bewertet.

Analysten jedoch skeptisch und warnen vor zuviel Euphorie. „Die Aktie ist mit einem Kurs von 20 bis 24 Dollar klar überbewertet“, sagt etwa der Schweizer Aktienexperte Alfred Herbert („Cash-Guru“) zu 20 Minuten. Bei einer Gesellschaft mit massiver Konkurrenz, einem Jahresumsatz von 500 Millionen Dollar und einem Gewinn von fünf Millionen Dollar sei die Börsenkapitalisierung maßlos überzogen.

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Auch ein ZKB-Analyst  hält die Bewergung für „stolz“, verweist aber auf die Zukunftsperspektive: „On ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hat einen bemerkenswert hohen Bekanntheitsgrad erreicht“. Falls weiteres starkes Wachstum gelingt, würden künftig auch die Gewinne in die Höhe schnellen. Der weltweite Markt für Laufschuhe wird allein heuer auf 14,3 Milliarden Dollar taxiert. Bis 2025 soll er auf 16,6 Milliarden Dollar zulegen.

Turbowachstum

On wurde 2010 vom ehemaligen Duathlon-Weltmeister Olivier Bernhard gemeinsam mit seinen Freunden und Hobbyläufern David Allemann und Carpar Coppetti gegründet. Begonnen hat alles mit einer innovativen Idee: Eine Schuhsohle aus zerschnittenen Reifenschläuchen sollte für mehr Dämpfung beim Laufen sorgen und Verletzungen vorbeugen.  „Unser gemeinsames Ziel bei der Gründung war es, Verletzungsprobleme beim Laufen zu lösen und eine gewisse Umsatzgröße zu erreichen, um als Unternehmen überleben zu können“, sagte On-Gründer Caspar Coppetti in einem KURIER-Interview im Mai 2020.

ON Running

Die drei On-Running-Gründer wissen sich zu inszenieren

Heute laufen sechs bis sieben Millionen Menschen auf der Welt mit On-Produkten, die inzwischen auch Alltags- und Berg-Schuhe sowie Outdoor-Bekleidung umfassen. Mit viel Marketing legte On ein Turbo-Wachstum hin, wie es zuvor noch keine Sportmarke schaffte. Die Schuhe und Sportbekleidung des Unternehmens sind bei 6.500 Einzelhändlern in 60 Ländern erhältlich. Die Laufschuhe sind mit Preisen zwischen 150 und 200 Euro im höherpreisigen Lifestyle-Segment angesiedelt.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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