Oberbank sieht in Ungarn und Deutschland noch viel Potenzial

Wirtschaft

Noch ist Franz Gasselsberger, der langjährige Chef der Linzer Oberbank, in Amt und Würden. Doch die Halbjahresbilanz für das laufende Geschäftsjahr durfte bereits sein designierter Nachfolger, Martin Seiter (41), vorstellen. Der gebürtige Bad Ischler, derzeit im Vorstand u.a. für das Firmenkundengeschäft zuständig, übernimmt mit Jahreswechsel die Führung. 

„Wir sind in dieser Übergangsphase noch stärker zusammengewachsen“, beschreibt Seiter die Stimmung in der Bank. Er wolle sich wie sein Vorgänger in der Öffentlichkeit präsentieren – mit welchen Themen, ließ er noch offen. Er sei jedenfalls bereits für die „Strategie 2030“ der Bank mitverantwortlich. Dabei setzt der Konzern auf organisches Wachstum. „Marktanteile wollen wir nicht kaufen, sondern durch Leistung gewinnen.“

Im ersten Halbjahr konnte die Oberbank den Nettogewinn von 179,2 auf 199 Millionen Euro steigern. „Wir haben mit diesem starken Ergebnis nicht gerechnet“, so Seiter. „Das zweite Quartal war herausragend und auch das Dritte ist sehr gut angelaufen.“ Aufgrund der weltpolitischen Rahmenbedingungen „werden wir weiterhin auf Sicht fahren“. Ein präziser Ausblick sei daher nicht möglich.

„Extrem stark“

Als Gründe für das gute Abschneiden nannte Seiter zum einen das „extrem starke“ operative Geschäft, die Bank habe sowohl bei den Einlagen als auch Krediten zugelegt. Zum anderen hätten sich die Beteiligungen (BTV, BKS, voestalpine) gut entwickelt. Und: „Alle unsere Regionen haben einen starken Beitrag geliefert.“

Der Vorstand hob dabei Ungarn hervor, wo das Institut seit 2007 vertreten ist und inzwischen über 12 Standorte verfügt. „Ungarn ist hervorragend, eine Sensation. Ich bin begeistert von der Aufbruchstimmung, die dort herrscht. Wir haben wieder das Gefühl, willkommen zu sein. Das war in den letzten Jahren nicht so.“ Freilich, die Bankensteuer sei auch mit der neuen Regierung ein Thema, man sei in Gesprächen, Seiter kündigte auch eine von der Oberbank geführte Wirtschaftsmission in das Land für das kommende Jahr an. Unterm Strich sei es trotz der Steuer der effizienteste Markt, weil alle anderen Kosten niedriger seien.

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Zweiter großer Wachstumsmarkt sei Deutschland. „Wir sind eine mittelgroße Bank für den Mittelstand. Das gibt es sonst in Deutschland nicht. Genau dort stoßen wir hinein.“ Die Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit sei für die Oberbank „ein Lottosechser“. Die Banken würden in nächster Zeit mit der Fusion beschäftigt sein und hätten für ihre Kunden keine Zeit. Und würden dann noch weniger auf die Bedürfnisse des Mittelstands eingehen. Derzeit hat die Bank in zehn Bundesländern 45 Standorte. In den nächsten Jahren will Seiter bis zu sechs neue Standorte in Nordrhein-Westfalen eröffnen.

Die Bilanzsumme wird bald die 30 Mrd. Euro-Schwelle übertreffen. Damit wird die Oberbank direkt von der EZB geprüft. „Das ist ein weiteres Qualitätskriterium für uns. Wir sind sehr gut darauf vorbereitet.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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